extraheft | Der Spitzel | SEITE 1

 

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Wenn auch etwas ungewöhnlich, ist dies die Nr. 9 von HORCH UND GUCK. Die Redaktion befindet sich im "Exil". Der "Vorstand" des Bürgerkomitees 15. Januar hat die Gelder für den Druck gesperrt und die Redaktion von einem weiterführendem Stellenkonzept ausgeschlossen. Der Konflikt ist so alt, wie die Zeitschrift selbst. Immer wieder wurde die Unabhängigkeit der redaktionellen Arbeit durch Zensurversuche des Vorstandes boykottiert. Der "Vorstand" ist bereits seit über drei Monaten nicht mehr legitimiert; seine Basis ist ihm davongelaufen, und Hans Schwenke, der "Vorsitzende", trat gerade der FDP bei. Die Redaktion bestand aus vier Mitgliedern. Einer hat sich mit dem gemäßigten Kurs, der von der Zeitschrift verlangt wurde, abgefunden, und er Zweite offenbarte sich bei einem der letzten Gespräche als Zuträger des Vorstandes. Wir widersetzen uns diesem Druck und stellen mit dieser Nummer die Redaktionsarbiet ein.

Sollte es dem Bürgerkomitee 15. Januar gelingen, weiterhin eine Zeitschrift zu betreiben, wird sie sich durch Mittelmaß auszeichnen und nicht mehr die alte HORCH UND GUCK sein.

Mit freundlicher Unterstützung des "telegraph" ist es uns möglich, wenigstens noch einige Beiträge unserer Autoren zu drucken. Wir haben uns bemüht, die Rubriken unserer Zeitschrift zu erhalten. Das zentrale Thema dieser Nummer sollte "Der Spitzel" sein. Leider mußten wir uns stark einschränken. Geblieben sind davon "Der Überwachungsstaat Schweiz..." und die beiden Beiträge in der Rubrik SCHAUPLÄTZE.

Wir verabschieden uns von unseren Lesern und danken für ihre anderthalbjährige Treue
Die Redaktion

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