HEFT 02/1996 | Oskar brüsewitz | SEITE 1

 

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Am 22. August dieses Jahres jährte sich zum zwanzigsten Mal der Todestag von Oskar Brüsewitz. Dies war uns Anlaß, ihn und seine Geschichte, wozu natürlich auch die Nachwirkungen seines Todes gehören, zum Hauptthema dieses Heftes zu machen.

Der Beitrag von Karl-Adolf Zech ist die ausführliche und illustrierte Fassung seines gerade im "Deutschland Archiv" erschienen Aufsatzes, vermehrt um einige andere Texte (teilweise den heute noch aktuellen Diskussionsstand um 1993 dokumentierend) zum Thema der historischen Aufarbeitung des "Falles" Brüsewitz.

An dem Zustand unserer Arbeitslosigkeit hat sich bisher nichts geändert (vgl. das vorige Heft von "Horch und Guck", Editorial und Seite 91), aber als hoffungslose Optimisten glauben wir, daß die Bemühungen verschiedener Personen, Institutionen und Parteien auf einigermaßen finanziell abgesicherte Fortführung unserer Arbeit, spätestens im September oder Oktober dieses Jahres, eine Klärung unserer unhaltbaren Situation bringen.

"Unhaltbare Situation" meint in diesem Zusammenhang, daß - bei allem persönlichen und auch finanziellen Engagement - bestimmte Grundkosten nicht mehr bezahlt werden können (das Arbeitslosengeld ist nicht so doll) - zum Beispiel Miete, Energie, Versicherungen, Telefon etc. Es war schön zu erleben, daß sich andere Vereine und Initiativen (die Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.; das Matthias-Domaschk-Archiv; die ASTAK e.V.) bereit erklärten, uns aus dieser Verlegenheit zu helfen und uns zunächst einmal Unterschlupf zu gewähren.

Unser Verein hat sich mehrheitlich für einen Umzug in das Haus 1 (den ehemaligen Mielke-Bau) an der Rusche-, Normannenstraße entschieden. Wir haben unsere Räume in der Seelower Straße zum 31. August 1996 gekündigt. Wenn Sie jetzt (Anfang September) dieses Heft in der Hand halten, sind wir unter der folgenden Adresse zu erreichen:

Bürgerkomitee "15. Januar" e.V.
und/oder
Redaktion "Horch und Guck"
Ruschestraße 59
Haus 1
10365 Berlin

Telefonanrufe oder Faxe nehmen während einer gewissen Übergangszeit (bis wir selber einen Telefon/Fax-Anschluß haben) entgegen und leiten an uns bzw. den Verein weiter: c/o ASTAK e.V., Tel.: (030) 553 68 54, Fax: (030) 553 68 53.

Dieses Heft haben wir trotz widriger Umstände erstellt (unsere Grafik-Software ist hoffnungslos veraltet; dann ging noch unser bestes Stück, der Laser-Drucker, kaputt) und es war, einfach vom Layout her, unsere bisher komplizierteste Arbeit.

Die beiden letzten Nummern von "Horch und Guck" waren auf dünnerem Papier gedruckt worden, was den Vorteil hatte, daß wir problemlos den Umfang des Heftes auf 96 Seiten erweitern konnten. Allerdings gab es dabei einen Nachteil: der Druck der Texte und der Abbildungen war verhältnismäßig flau, die Hell- Dunkel-Kontraste eher soßig, so daß wir manchmal kaum die Fotos oder Vorlagen wiedererkannten, die wir mit großer Mühe besorgt und ausgesucht hatten. Deshalb also ab diesem Heft wieder der schöne, kontrastreiche Druck auf dickerem Papier, aber leider nur - sonst würde es Probleme beim Beschnitt und Binden geben - 80 Seiten.

Im Namen der Redaktion
Werner Kiontke

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