HEFT 01/1997 | Achtung kindergarten: missbrauchtes vertrauen | SEITE 1

 

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Woher uns der Optimismus kommt zu sagen - was das Weiterführen dieser Zeitschrift betrifft -, daß wir uns nicht kleinkriegen lassen? Wir haben viel mehr Freunde und Zuspruch, als es unsere Abonnentenliste verraten würde...

Nach über einem halben Jahr endlich wieder eine Nummer von "Horch und Guck  - es ist schon recht heftig, was wir unseren Lesern und auch uns selber zugemutet haben. Die letzten Monate waren gewissermaßen ein Alptraum für unseren Verein und natürlich "Horch und Guck": der Umzug in die Ruschestraße (Sind Sie schon mal mit einem leibhaftigen Dokumentationszentrum umgezogen?), das Auseinderfallen eines eingespielten Teams (Wissen Sie wie das ist?)... Es war schon sehr an der Grenze des Erträglichen! Immerhin zeichnet sich jetzt am Horizont ganz langsam so etwas wie eine Konsolidierung ab. Aber da wir sehr vorsichtig und mißtrauisch geworden sind, sagen wir erst einmal nur so viel: die nächste Nummer von "Horch und Guck" erscheint bestimmt. Das verleiht uns die hinreichende Kühnheit, einigen unter Ihnen, denen inzwischen das Abo abgelaufen ist, eine neue Rechnung zu präsentieren.

Ob wir in diesem Jahr das Geld für - so bescheiden sind wir inzwischen geworden - vier Nummern zusammenbekommen werden (Wir bemühen uns selbstverständlich!) ist noch nicht klar; dagegen sehen die Aussichten für das nächste Jahr ganz passabel aus. Neben dem finanziellen Problem gab und gibt es noch ein mehr technisch-organisatorisches bei "Horch und Guck".

Uwe Boche, der bisher für das Layout und den Vertrieb verantwortlich war, hat, seit November vorigen Jahres, seine für "Horch und Guck" nur sehr schwer und teilweise gar nicht ersetzbaren Fähigkeiten einer Firma zur Verfügung gestellt. Und genau daraus resultierte einer der anderen Gründe dafür, warum dieses Heft so lange auf sich warten ließ: der eine (von ursprünglich vierzehn, dann sieben, dann fünf "Vereinsangestellten"), der übriggeblieben war, mußte sich u.a. eben die Layout-Kunst (zunächst; mit dem Vertrieb haperts noch) erarbeiten. Dieses Heft ist, was die Herstellung angeht, die hoffentlich gelungene Probe eines Notfalls.

Und damit kein Mißverständnis entsteht: so etwas wie diese Zeitschrift gibt es nur durch das Engagement einer Anzahl von Menschen - dadurch lebt sie. Und das erfreuliche ist und das bekamen wir beim Entstehen dieser Nummer von "Horch und Guck" handfest zu spüren, daß das Engagement vor kleinkarierten Vereinsgrenzen nicht halt macht.

Danke allen, die uns Mut machten; allen, die uns mit freundschaftlicher Kritik auf neue Ideen brachten und schließlich allen, denen - bei dem oft Betrüblichen unserer Thematik - der Sinn oder Un-Sinn zum Beispiel für unsere "Fundstücke" geblieben ist.

Im Namen der Redaktion
Werner Kiontke

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