HEFT 01/1998 | Rudolf bahro | SEITE 1

 

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Das Haupt- oder Titelthema dieses Heftes ist Rudolf Bahro. Wir nahmen damit eine Idee auf, die uns schon Ende vorigen Jahres, kurz nach seinem Tode, von einigen Lesern unterbreitet wurde.

Natürlich sind wir nicht so naiv zu glauben, mit den hier vorliegenden Beiträgen die vielfältigen Aspekte der Erscheinung Bahros' auch nur annähernd beleuchten zu können. Das, woran wir uns gewagt haben, war, verschiedene Facetten im Zusammenhang mit dem Hauptwerk aus seiner DDR-Zeit, der "Alternative", zu betrachten.

Nun ist das Heft fertig und – wahrscheinlich geht es nicht anders – sind, bei der Redaktionsarbeit, so viele Verbindungen geknüpft worden, so viele gute Einfälle gekommen, daß eigentlich erst jetzt, von dem nun gewonnenen Wissensstand aus, ein "richtiges" Bahro-Heft zu machen wäre...

Unser ursprüngliche Plan sah vor, daß sich das 1. Heft im Jahre 1998, also dieses hier, hauptsächlich mit der Psychiatrie und Psychologie in der DDR beschäftigen sollte. Wir haben dieses Thema, wegen der kurzen Zeit, die zur Vorbereitung zur Verfügung stand, zunächst auf Anfang des nächsten Jahres verschoben. Das nächste Heft wird sich, wie bereits im Editorial des letzten Heftes angekündigt, mit relevanten spezifischen Themen des Freistaates Sachsen beschäftigen.

Noch während der Drucklegung dieses Heftes hörten wir vom Tode Gerulf Pannachs. Vielleicht wird diese Nachricht erträglicher, wenn wir uns an Lieder von ihm erinnern. "Für uns, die wir noch hoffen / Auf eine bessere Zeit, / Schlag ich die Gitarre / Und sag, was in uns schreit. // Wir glauben nicht an Pistolen. / Leben ist das wir wolln / Und noch vorm Tod, wenns geht. / Wir brauchen keine Kandare, / Freiheit heißt die heiße Ware, nach der wir Schlange stehn ..."

Im Namen der Redaktion
Werner Kiontke

Inhaltsverzeichnis Heft 22