HEFT 02/1998 | sachsen | SEITE 1

 

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Hier ist sie nun endlich - wie schon in den beiden letzten Ausgaben von "Horch und Guck" angekündigt - die lange erwartete Sachsen-Nummer. Das heißt, daß sich diesmal unser Hauptaugenmerk auf besondere ausgewählte Themen richtet, die etwas mit der neueren Geschichte Sachsens zu tun haben.

Dieses Heft ist in Zusammenarbeit mit dem Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen des Freistaates Sachsen entstanden. Das heißt, daß die wichtigsten Hinweise auf interessante Manuskripte, und die Mehrzahl der Manuskripte selber, von dort kamen und - nicht zuletzt - die Finanzierung dieses Heftes, also die Druck- und Bindekosten, vom Sächsischen Landesbeauftragten übernommen wurden. - Danke!

Wir gestehen gerne - selbstverständlich ohne damit unsere anderen Autoren kränken zu wollen -, daß wir besonders glücklich sind, die Aufzeichnungen über den Beginn der Stasi-Auflösung in Leipzig, von Hans- Ulrich Langner "Das singende Pferd", erstmals und ungekürzt veröffentlichen zu dürfen. Ein Text, der viel von dem enthält, was heute oft mit dem Modewort Authentizität bezeichnet wird; ein Text, der nirgendwo besser hingehört, als - wir bitten, uns die Unbescheidenheit nachzusehen - eben in "Horch und Guck"...

Als wir uns an die Gestaltung des Titelblattes für dieses Heft machten, sind wir etwas erschrocken: "'Horch und Guck'... 7. Jahrgang... Das kann nicht wahr sein!" Aber es ist wahr und: wir machen weiter. Und: die Zukunftsaussichten sind nicht schlecht. In diesem Jahr wollen wir noch zwei Hefte herausbringen: Uwe Boche bereitet gerade die Mecklenburg-Vorpommern- Nummer vor und ich mache mich umgehend an das Heft, in dessen Mittelpunkt die Arbeit von Jan Athmann über die so benannten Ausreiser steht.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an unsere Abonnenten und Leser, die in den letzten Jahren eine schier unglaubliche Geduld mit der unregelmäßigen Erscheinungsweise von "Horch und Guck" aufbrachten. Das Hauptproblem von "Horch und Guck", daß nämlich die Zeitschrift ehrenamtlich und mehr so nebenbei entstanden ist, scheint - toi, toi, toi - wenigstens für die nächste Zeit ausgeräumt.

Besonderen Dank auch an die Abonnenten, die uns - aufgrund der dem letzten Heft beigelegten Spenden-Zahlscheine - insgesamt 1.075,- DM überwiesen haben. - Bei so viel Solidarität kann doch die Redaktion nicht einfach die Segel streichen!

Übrigens ist das Layout dieses Heftes erstmalig nicht als Papiervorlage in die Druckerei gegangen, sondern zunächst als 98-MB-Datei in die Verfilmung... Hubert Riedel hat uns, in den Stunden größter Not, in einem Crash-Kurs die Grundlagen dafür beigebracht. Das Foto auf dem Titelblatt stammt von Johannes Beleites und entstand in Leipzig, am 25. September 1989, während der Friedensgebete vor der Nikolaikirche.

Im Namen der Redaktion
Werner Kiontke

Inhaltsverzeichnis Heft 23