HEFT 02/1999 | Jürgen fuchs | SEITE 1

 

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Diese Ausgabe von "Horch und Guck" ist Jürgen Fuchs gewidmet. – Wir danken allen, die am Zustandekommen des Heftes beteiligt waren, besonders aber Lilo Fuchs für die Erlaubnis, die zwei Gedichte, die vor und einige Tage nach dem Mauerfall entstanden sind, nachzudrucken beziehungsweise erstmals zu veröffentlichen. Uns scheint – und das wurde auf der Gedenkveranstaltung in der Akademie der Künste deutlich –, daß gerade der Dichter Jürgen Fuchs gegenüber dem politisch agierenden Jürgen Fuchs noch weithin im öffentlichen Bewußtsein unbekannt ist. Dank auch an Simone Stognienko, die uns ihre Deutung der Existenz des Jürgen Fuchs anvertraute und Danke an Andreas Schmidt, der mit manchem Hinweis geholfen hat.

Die Fotos, die für die Gestaltung des Titelblatts und der Seite 8 verwendet wurden und die am 20. Oktober 1993 entstanden, als die 2. Oberschule in Pankow den Namen Robert Havemanns erhielt, sind von Rolf Walter.

Zur Rubrik "Themen" ist anzumerken, daß wir natürlich hoffen, daß der Aufsatz von Henning Pietzsch zur Geschichte der Offenen Arbeit in Jena und seinen von ihm dazu formulierten Thesen zu einer fröhlichen (und damit für alle nützlichen) Debatte in "Horch und Guck" führen wird. Auf den Text von Gerd Koenen möchten wir Sie besonders hinweisen: Er ist sicherlich nicht ganz einfach und manchmal ist sogar das Fremdwörterbuch, das man hier und da benutzen sollte (dieses Paradox sei hier einmal erlaubt), eher hinderlich als verständnisfördernd... Uns erschien der Text insofern wichtig, als er eben nicht auf den ausgetretenen Pfaden ideologisch ausgerichteter Geschichtsbetrachtung wandelt.

Nicht ganz einfach war die Auswahl der zu reproduzierenden Dokumente bei den IM-Fällen Seyfert und Oechelhaeuser – auch reproduktionstechnische Dinge spielten dabei eine Rolle. Es ging uns darum, etwas mehr an Hintergrundinformationen zu liefern, als es ansonsten andere schnellebige Medien können oder wollen. Die lange Seyfert-Information an den Mielke-Stellvertreter Beater ist, weil vom MfS verfaßt, mit Vorsicht zu betrachten.

Übrigens: Das Bürgerkomitee und somit auch die Redaktion von "Horch und Guck" sind umgezogen, und zwar in eine höhere Etage und in größere Räume des Hauses 1 in der Ruschestraße. Die Wiedereröffnung ist am 15. September 1999.

Im Namen der Redaktion
Werner Kiontke

Inhaltsverzeichnis Heft 26