HEFT 04/2000 | Editorial | SEITE 81

 

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

im Spätsommer dieses Jahres hatte mich die Redaktion gebeten, die Nummer 4/2000 von "Horch und Guck" mit dem Schwerpunktthema "Opposition, Repression und Geschichtsaufarbeitung im Land Brandenburg" zu redigieren. Meine anfängliche Hoffnung, jemanden zu finden, der für dieses Heft eine wohlfundierte einleitende Überblicksdarstellung schreiben könne, hat sich leider nicht erfüllt. Es fehlten die für einen solchen Beitrag nötigen Vorarbeiten. Generell scheint, wie in mehreren  Arbeiten deutlich wird, das Interesse an der jüngeren Vergangenheit bei  vielen im Lande nicht eben groß zu sein. Inwieweit es sich dabei um eine spezifisch brandenburgische Erscheinung handelt, welche Mechanismen hier sonst noch eine Rolle spielen könnten, wäre weiterer Erörterung wert.

Sicher, in den Bezirken Cottbus, Frankfurt/O und Potsdam gab es keinen solchen Oppositionsschwerpunkt wie Jena oder Leipzig. Aber doch, insbesondere in den achtziger Jahren, eine Vielzahl von Aktivitäten, von denen hier nur einige vorgestellt werden können, die zumindest die thematische Breite des damaligen Engagements verdeutlichen. Für Hinweise, die zu den Autorinnen und Autoren dieses Heftes führten, danke ich vor allem Martin Jander, Martin Gutzeit und Tom Sello (alle drei aus Berlin) sowie Gisela Rüdiger und Harald Hirsch (beide aus Potsdam).
Ein zweites Thema dieses Heftes sind die 68er Ost. Ob sie als Generation zu verstehen sind oder nur als Grüppchen innerhalb einer Alterskohorte, ist umstritten. Auf alle Fälle haben sie in den Zirkeln, Gruppen und Kreisen, in denen man sich kritisch mit den Realitäten dieses Landes  (und nicht nur dieses Landes) auseinandergesetzt hat, und später dann im Herbst ’89 eine nicht unbeträchtliche Rolle gespielt. Darauf  wollen wir auf alle Fälle zurückkommen. Im übrigen gilt: Themenvorschläge, Wünsche und Kritiken sind der Redaktionsgruppe von "Horch und Guck" stets willkommen.
Erhard Weinholz

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bedanken uns herzlich bei Erhard Weinholz, der uns bei dem Vorhaben, die Beiträge dieses Heftes zu beschaffen und zu redigieren, mit Tatkraft, Sachverstand und nicht erlahmender Geduld zur Hilfe kam. – Ich bitte ein Mißgeschick zu entschuldigen: Das vorige Heft ist nicht etwa die Nummer 30 (2/2000), wie es falsch auf dem Titelblatt angegeben wurde, sondern Heft 31 (3/2000), wie es richtig im Impressum steht.

Im Namen der Redaktion
Werner Kiontke

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