Heft 38/2002 | zivilcourage in ost und west | Seite 29 - 34

Martin Jander

Rudolf Schottlaender

Zivilcourage in beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften*

Wer über Rudolf Schottlaender schreibt, stösst nicht nur auf eine bislang eigentlich nicht richtig geschriebene Geschichte, den Lebenslauf eines bedeutenden und bislang eher selten recht gewürdigten Philosophen und Altphilologen.1 Die Geschichte Rudolf Schottlaenders ist auch geeignet, ein ganz neues Licht auf die Geschichte der beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften zu werfen. So verschieden die Voraussetzungen für ein öffentliches Engagement der Bürger im Osten und Westen Deutschlands nach 1945 waren – eine parlamentarische Demokratie im Westen, eine realsozialistische Diktatur im Osten –, für Rudolf Schottlaender hatten sie eine Gemeinsamkeit: Sein Versuch den Deutschen seine »Lehren« aus dem Nationalsozialismus mitzuteilen, wurde in beiden Gesellschaften auf unterschiedliche Weise zurückgewiesen. Verfolgen wir Schottlaenders Biografie, so erhalten wir eine Ahnung davon, wie überlebende Opfer des Nationalsozialismus diese beiden Nachkriegsgesellschaften sehen und in welcher Weise sie in ihnen an den Rand gedrängt wurden. Die Geschichte Rudolf Schottlaenders fördert somit Gemeinsamkeiten der völlig verschiedenen deutschen Nachkriegsgesellschaften zu Tage, die erst noch einer präzisen Beschreibung bedürfen.

Rudolf Schottlaender, 5.8.1900 – 1.4.1988
Der Philosoph und Philologe Rudolf Schottlaender wurde am 5. August des Jahres 1900 in einer bürgerlichen jüdischen Familie in Berlin geboren und besuchte dort das Gymnasium. Bereits in der Schulzeit wurden die Wurzeln für sein späteres Interesse an Philosophie und klassischer Philologie geweckt. Gegen den Widerstand des Vaters entschloß er sich zu einem Studium der Philosophie. Das Studium in Berlin, Heidelberg, Marburg und Freiburg schloß er mit einer Promotion ab, die den Titel trug »Die historische Bedingtheit des Gehalts der Nikomachischen Ethik des Aristoteles«. Schottlaender trat 1921 aus der jüdischen Gemeinde aus. Eine akademische Laufbahn blieb ihm der Weimarer Republik versperrt. Er lebte von Schreibarbeiten und Übersetzungen.2 An den schwierigen materiellen Bedingungen scheiterte 1926 seine erste Ehe mit Hilde Stern, aus der zwei Kinder – Michael und Hannah – hervorgingen.
Den Nationalsozialismus überlebte Schottlaender als »berufslose Unperson«.3 Die 1927 geschlossene Ehe mit der christlich getauften Wally Damm, aus der ebenfalls zwei Kinder – Stephan und Wolfgang – hervorgingen, zerbrach an dem ungeheuren materiellen Druck und der fast vollständigen gesellschaftlichen Isolation. Schottlaender arbeitete – um nicht zur Zwangsarbeit herangezogen zu werden – als Krankenpfleger in Stuttgart und als ungelernter Arbeiter in einer Munitionsfabrik in Berlin. Nur durch den selbstlosen Einsatz von Freunden konnte seine Frau davon abgehalten werden 1944 die Scheidungsklage einzureichen, deren Erfolg eine sofortige Deportation Rudolf Schottlaenders zur Folge gehabt hätte.
Nach der Zerschlagung des Nationalsozialismus arbeitete Schottlaender zunächst als Lateinlehrer in Westberlin, 1947 wurde ihm – auf Empfehlung von Karl Jaspers, bei dem er studiert hatte – der Lehrstuhl für Philosophie an der Technischen Hochschule Dresden angetragen. Schottlaender hatte 1946 erneut geheiratet. Aus der Ehe mit Edith Theuser gingen wiederum zwei Kinder hervor, Irene4 und Rainer5. Schottlaender engagierte sich früh in kritischer Weise gegenüber SED und sowjetischer Besatzungsmacht und verlor seinen Lehrstuhl 1949 weil er in einem Brief an den Rektor der Universität mitgeteilt hatte, er werde sich an der 1. Mai Demonstration des Jahres nicht beteiligen, da er feindselige Positionen – gemeint waren vor allem antiamerikanische Parolen – nicht unterstützen könne.
Zurück in Westberlin arbeitete Schottlaender als Lehrer für Latein und Griechisch, schrieb verschiedene philosophische Werke und engagierte sich in der neutralistischen Friedensbewegung an der Seite Gustav Heinemanns gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik. Sein politisches Engagement gegen die Blockkonfrontation kostete ihn auch hier den Beruf, ihm wurde im Juli 1959 sogar der Status des »politisch-rassisch-Verfolgten« aberkannt.6 Zwar kam das eingeleitete Disziplinarverfahren zu keinem Ergebnis und die Aberkennung des Status eines »politisch-rassisch-Verfolgten« mußte sogar später wieder zurückgenommen werden, Schottlaender sah jedoch in Westberlin für sich keine weitere Chance.
Als ihm 1959 ein Lehrstuhl für römische Literatur unter besonderer Berücksichtigung der Beziehungen zum Griechentum an der Humboldt-Universität in Ost-Berlin  angeboten wurde (einen Lehrstuhl für Philosophie boten die Machthaber ihm sehr bewusst nicht an), griff er zu. Die zunächst gegebene Zusage er könne in Westberlin wohnen bleiben, wurde nach dem Mauerbau jedoch zurückgezogen, er lebte seitdem mit seiner Familie in Ostberlin.
Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1965 lehrte Schottlaender klassische Philologie, publizierte zu vielen verschiedenen philosophischen und philologischen Themen7 und war bei seinen Studenten und vielen Kollegen besonders deshalb beliebt, da er das Fach nicht nur lehrte, sondern verschiedene Stücke aus der römischen und griechischen Literatur auch einstudierte und sie mit seinen Studenten aufführte.
Gleich zu Beginn seiner Arbeit an der Humboldt-Universität wurde ein zentrales Anliegen Schottlaenders torpediert. Eine Studie mit dem Titel »Verfolgte Berliner Wissenschaft«8 über die Vertreibungen von Wissenschaftlern von der Berliner Universität nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten, durfte er zwar auf seine eigene Anregung hin verfassen, das Werk wurde jedoch nicht gedruckt. Wie Schottlaender informell erfuhr, weil zu viele Juden darin vorkämen.
Nach seiner Emeritierung mit 65 Jahren konnte Schottlaender wieder reisen, er sprach auf vielen Kongressen, publizierte philosophische, philologische und auch politische Texte. Sein öffentliches Eintreten für Robert Havemann, Alexander Solschenizyn, Rudolf Bahro, Nico Hübner und für einen Abbau der Konfrontation der Militärblöcke machte ihn bei der herrschenden SED höchst suspekt. Das MfS – offenbar vor allem von den vielen Texten des Philosophen beunruhigt – ermittelte mehrfach gegen Schottlaender, dem seit 1979 geführten Operativvorgang gab der zuständige Offizier den Vorgangsnamen »Schreiber«.9
Zwei Jahre vor seinem Tod veröffentlichte Schottlaender eine höchst selbstkritische Autobiographie mit dem Titel »Trotz allem ein Deutscher«10 und betrieb – unterstützt vor allem von dem Historiker und Journalisten Götz Aly11 – die Publikation seines Gedenkwerkes »Verfolgte Berliner Wissenschaft«. Das gedruckte Buch hat Schottlaender nicht mehr in Händen gehabt. Er starb am 1. April des Jahres 1988.   

»Grenzgänger« im Kalten Krieg?
Beim ersten Hinsehen erscheint es so, als ob die Geschichte Rudolf Schottlaenders nach dem Nationalsozialismus vor allem vor der Folie des Kalten Krieges zu verstehen ist. Ein »Grenzgänger« sei er gewesen, formuliert Renate Johne.12 Einen »Wissenschaftler gegen das Blockdenken« nennt ihn Roland Köhler.13 Schottlaender und die Konflikte, die er auslöste und in die er geriet, werden bei einer solchen Interpretation vor allem als Ausdruck einer Weigerung Schottlaenders verstanden, sich dem westlichen wie dem östlichen Gesellschaftssystem vollständig unterzuordnen.
Es gibt für solcherlei Kategorisierungen sehr viele Belege. Nicht zuletzt den, daß Schottlaender den Begriff des »Grenzgängers« zwischen Ost und West in seiner Autobiographie ausdrücklich auf sich selbst bezogen hat. Als er 1959 den Ruf an die Humboldt-Universität annahm, pendelte er bis zur Errichtung der Mauer zwischen West- und Ostberlin. Er schreibt darüber im Jahr 1986: »Bis zur Errichtung der Mauer, also dreieinhalb Semester lang, habe ich in Westberlin gewohnt und in Ostberlin doziert und mich als solch ein ›Grenzgänger‹ in einer mir durchaus adäquaten Position zu befinden geglaubt.«14
Neben dieser Selbstbezeichnung lassen sich jedoch auch die verschiedenen Konflikte Schottlaenders mit der Bundesrepublik und der DDR in ähnlicher Weise begreifen. Beginnen wir mir dem Verlust der Professur für Philosophie in Dresden. Die SED entzog Schottlaender die Professur, weil er – vom Rektor der TH-Dresden dazu aufgefordert – in einem dienstlichen Brief erläuterte, er werde an der 1. Mai Demonstration nicht teilnehmen, wegen ihrer feindlichen vor allem auch antiamerikanischen Parolen. Er erläutert hier bereits, wie in späteren Konflikten, die er auszuhalten hatte, daß Feindschaft und Haß abgewogene und gerechte Urteile verunmöglichen. Das Bemühen jedoch um ein solches gerechtes Urteil auch in zeithistorischen Konflikten sei sein eigenes Anliegen.15
Nach der Zerstörung der Professur in Dresden – die ganz nebenbei ohne Anhörung Schottlaenders ausgesprochen und vollzogen wurde – geriet Schottlaender in Westberlin und der Bundesrepublik in Konflikte, weil er sich der neutralistischen Opposition gegen die Wiederbewaffnung anschloß. Zum Anlaß ihn von der Schule zu entfernen und ihm den Status eines politisch-rassisch-Verfolgten zu entziehen, wurde eine fast schon grotesk anmutende Begebenheit. In den obersten Klassen der Schule an der Schottlaender unterrichtete, gab es im Zusammenhang mit der Niederschlagung der Ungarischen Revolution 1956 Debatten darüber, ob der Westen nicht unter dem Oberbefehl der UNO nach Ungarn einmarschieren sollte, um den Ungarn zur Hilfe zu kommen. Schottlaender betrachtete dies als paramilitärische Werbung. Als seine Schüler ihm von diesen Debatten berichteten, warnte er sie vor einem solchen Abenteuer und erklärte, dies sei nach der Charta der Vereinten Nationen nicht möglich, nach der müsse nämlich eine Regierung die Truppen der UN in das Land rufen, die Regierung Kadar aber werde dies nicht tun. Nun taten sich Eltern und Kollegen zusammen und – wie Schottlaender schreibt – der »Damm der gegen mich angestauten Antipathien brach.«16
Die gegen Schottlaender erhobenen Vorwürfe, er sympathisiere mit einer totalitären Macht, auf denen seine Suspendierung vom Schuldienst und der Entzug des Staus eines politisch-rassisch-Verfolgten basierten, mußten zwar später zurückgenommen werden, der Begriff des »Grenzgängers« läßt jedoch durchaus verstehen, wo die Dimension der Konflikte zwischen Schottlaender und der bundesrepublikanischen Gesellschaft angesiedelt waren.

Nationaler Pazifismus?
Mit einigem Recht könnte man Schottlaender gar als nationalen Pazifisten beschreiben. Anfang 1952 hatte er ein »Lied der Wiedervereinigung« gedichtet, vertont und es sogar mit seinen Schülern eingeübt:

»Uns trennt nicht die Elbe, die Werra, der Main,
Ein Wunsch nur verbindet uns alle:
Wir wollen wieder Ein Deutschland sein,
Und was uns noch scheidet, das falle!

Wir hassen den schlimmsten, den Bürgerzwist:
Er peitscht uns mit gellender Stimme.
Was wild nur berauschte, verklungen ist:
Ein rettendes Feuer erglimme!

Eine Flamme der Sehnsucht, ein brennender Ruf,
An dem sich die Herzen entzünden:
Was Natur und Geschichte zusammenschuf,
Das lasset auch wieder sich finden!«17
     
Die Kehrseite seiner Ablehnung der Remilitarisierung sei ein »friedenssehnsüchtiger Patriotismus«18 gewesen, schreibt Schottlaender. Er habe damals sogar in der Marburger Wochenzeitung »Der Freiheitsbote« publiziert und über die ihm durchaus bekannte »altnationalistische Färbung« dieser Zeitung hinweggesehen.
Er beteiligte sich aber auch am 1. Dezember 1958 in der Aula der Humboldt-Universität mit eigenen Diskussionsbeiträgen an einer Tagung der »Nationalen Front« der DDR, die unter dem Vorsitz von Robert Havemann stattfand. Über den Inhalt seiner Debattenbeiträge vermerkt Schottlaender: »Ich hatte dabei meinen bekannten Standpunkt vertreten: es müsse auch ohne jede Zuneigung zur östlichen Seite dennoch mit ihr verhandelt werden, selbständig und konstruktiv, ohne sich dem Druck einer der beiden Seiten zu beugen.«19
Auch in den 80er Jahren findet man Schottlaender – wie das Ministerium für Staatssicherheit akribisch notierte – auf der Seite der protestantisch-alternativen Friedensbewegung.20 Der bereits genannte Operativvorgang »Schreiber« wurde vom Ministerium für Staatssicherheit deshalb angelegt, weil Schottlaender den Kriegsdienstverweigerer Nico Hübner und andere Vertreter der unabhängigen Friedensbewegung der DDR unterstützte.21 Er beteiligte sich sogar an der von Stephan Hermlin einberufenen »Berliner Begegnung zur Friedensförderung« am 13./14. Dezember 1981 und sprach dort über den »Neutralismus« als Geisteshaltung: »Neutralismus« – sagte er dort – »ist eines der großen Schimpfworte, die heute im Umlauf sind. Rüstungsplaner beider feindlicher Seiten erkennen innerhalb ihrer eigenen Reihen keine Neutralitätsgesinnung an. Im Osten verbietet das die Klassenkampfideologie, und für den Westen hat Adenauer vor rund 30 Jahren die Parole ausgegeben, Neutralisten sind entweder Dummköpfe oder Verräter.«22

»Philosophische Denkweise«
Es gibt also Belege in großer Zahl, die eine Beschreibung Schottlaenders als neutralistischem Grenzgänger zwischen Ost- und West-Deutschland, als einen nationalen Pazifisten nach dem Nationalsozialismus nahelegen. Allerdings gab es in den Friedensbewegungen auf beiden Seiten der Mauer immer die unterschiedlichsten Strömungen und Allianzen, ganz verschiedene »Grenzgänger«. Der Begriff ist einfach nicht trennscharf genug.
Seine Position in den beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften läßt sich aus der Verfaßtheit ihrer politischen Systeme und ihrer ideologischen Schlachten nur unzureichend beschreiben. Der »Neutralismus« Schottlaenders, seine immer wieder vorgebrachte Botschaft, sich im Denken nicht von Furcht, Zorn und Haß leiten zu lassen, sich statt dessen um die »menschenmöglich gerechteste Beurteilung«23 zu bemühen, sind das Ergebnis einer das ganze erwachsene Leben anhaltenden philosophischen Bemühung, die Schottlaender – und das eben macht seinen besonderen Charakter aus – sehr existenziell und sehr praktisch verstand. 24 Diesen Zugang zum Verständnis Schottlaenders zu allererst die Schriftstellerin Esther Dischereit eröffnet.25 Ihr verdanke ich den hier folgenden Interpretationsvorschlag.26
Das existenzielle Verständnis der antiken Philosophie bei Schottlaender, und hier war es vor allem die Philosophie von Aristoteles und von ihr insbesondere die Ethik, Politik und Poetik, die für ihn maßgeblich wurden27, hat nicht nur eine intellektuelle Wurzel. Es ist keinesfalls allein die frühe Faszination von Spinoza und das spätere Studium in Heidelberg bei Karl Jaspers, die den existenziell philosophierenden Rudolf Schottlaender prägten. Schottlaender schreibt in seiner Autobiographie, die Jahre während des Nationalsozialismus resümierend: »Der mir entgegenschlagende Judenhaß zusammen mit meiner philosophischen Enthaltung von urteilstrübendem Gegenhaß hat meinen Charakter umgeprägt. Ich erwarb mir diese Haltung in der Einsamkeit jener Jahre. Einsamkeit ist dabei nicht im Sinne mönchischen Eremitentums zu verstehen. Ich lebte ja in der Familie; die gemeinsame Liebe zu den Kindern hielt die Ehe zusammen. Aber mir ganz allein war die Entschlossenheit, philosophische Denkweise antiken Ursprungs nun auch selbst zu bewähren, danach zu leben, mich tagtäglich daran zu halten.«28 Wie bereits in dem kurzen Portrait Schottlaenders am Anfang des Beitrages erwähnt, war es Schottlaenders besonderes Anliegen diese »philosophische Denkweise« seinen Schülern und Studenten zu vermitteln. Deshalb sah er seine Vorlesungen, das gemeinsame Einstudieren und die Aufführung von Theaterstücken nie als Gegensatz, sondern als Ergänzung. Überhaupt dominieren im Werk des Philosophen eben die philosophischen und philologischen Arbeiten, seine publizistischen und politischen Interventionen sind zwar vorhanden, bilden jedoch eindeutig den geringeren Teil.29
Dies soll nun überhaupt nicht heißen, Schottlaender sei ein unpolitischer Mensch gewesen. Er hatte jedoch für sich beschlossen, dem Versuch der deutschen Gesellschaft ihn zu vernichten mit »philosophischer Denkweise« zu begegnen. Solche »philosophische Denkweise« ließ sich für ihn nach dem Nationalsozialismus nicht als Berufspolitiker sondern nur als Publizist in die politische Sphäre einspeisen. Schottlaender sah sich selbst als »Republikaner«: »So war und bin ich denn ein parteiloser Republikaner, parteilos um des wohlverstandenen Interesses der Republik willen, weswegen ich weder mit der Einparteienherrschaft noch mit dem Mehrparteiensystem symphatisieren konnte und kann. Wer in diesem Sinne parteilos und zugleich jeder Form monarchischer oder diktatorischer Regierung abgeneigt ist, kann in unserem Zeitalter politisch wohl nur als Publizist, nicht aber als Berufspolitiker tätig sein.«30

»Linientreuer Dissident«?
Und als Publizist war Rudolf Schottlaender dann auch ausgiebig tätig. Er hat mit seinen Mitteln und auf seinem Gebiet nicht nur der nachnationalsozialistischen Bundesrepublik, sondern auch der nachnationalsozialistischen DDR, die sich selbst »antifaschistisch« wähnte, Paroli geboten. So z.B. sprach sich Schottlaender bereits im Oktober 1956 auf einer Veranstaltung im West-Berliner Filmtheater »Kurbel« zusammen mit Gewerkschaftern, Schriftstellern und Künstlern gegen die Wiederaufnahme von ehemaligen Angehörigen der Waffen SS in die Bundeswehr aus.31 Sonia Combes Charakterisierung Schottlaenders scheint deshalb auch nicht zutreffend. Sie sortiert ihn – eine ironische Selbstbeschreibung Jürgen Kuczynskis aufgreifend – unter die »linientreuen Dissidenten«32.
Die besondere Stellung und Bedeutung von Schottlaender innerhalb der DDR-Opposition wird besonders darin sichtbar, daß er sich nicht scheute, den verordneten Antifaschismus der DDR von einer Seite her der Kritik auszusetzen, die meines Wissens in der Geschichte der DDR-Opposition einmalig ist. In dem kurzen Portrait von Schottlaender wurde bereits erwähnt, daß sein Gedenkwerk »Verfolgte Berliner Wissenschaft« in der DDR nicht gedruckt wurde, lediglich in einigen maschinenschriftlichen Exemplaren an ausgewählte Bibliotheken ging. Der genaue Hergang der Unterdrückung dieses Werkes ist bislang noch nicht untersucht. Leider geben auch die Akten des MfS zu dieser Angelegenheit nichts preis. Auch Roland Köhler, beschreibt zwar in seinem Aufsatz über Schottlaender, daß er in den sechziger Jahren als Abteilungsleiter der Gesellschaftswissenschaften im Staatssekretariat für Hoch- und Fachschulwesen der DDR, davon informiert worden sei, daß das Manuskript von Schottlaender in maschinenschriftlicher Form an einige Bibliotheken ginge, aber auch er berichtet den genauen Hergang nicht.33 Schottlaender selbst berichtet in seiner Autobiographie lediglich, ihm sei informell mitgeteilt worden, man könne sein Buch nicht drucken, »Begründung: die Zionisten könnten zuviel Kapital daraus schlagen.«34
Schottlaender deutet den Vorgang jedoch auf einleuchtende Weise. Der marxistische Antifaschismus habe den deutschen Nationalsozialismus weitgehend mit dem italienischen und spanischen Faschismus gleichgesetzt und daher die Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden »als eine Sache von untergeordneter Bedeutung«35 angesehen. Schottlaender sah dies nicht so. Er hielt auch jenen Antizionismus, der Teil des verordneten Antifaschismus der DDR war, keineswegs für eine Sache von untergeordneter Bedeutung und hat – auch dies meines Wissens nach einzigartig in der DDR-Opposition – zu diesen Phänomenen auch in den 80er publiziert.36

»Gerechtigkeit des ethischen Urteils«
Urteilt man über das publizistische und pädagogische Handeln des Philosophen Schottlaender, dann taugt dazu wohl am ehesten ein Begriff den Richard Löwenthal in einem wunderbaren Aufsatz über die drei Grundtypen des antitotalitären Widerstandes während des Nationalsozialismus gefunden hat.37 Löwenthal unterscheidet zwischen bewußter »politischer Opposition«, die er als Aktivität fasste, die sich gegen die Parteidiktatur richteten und ihren Sturz zum Ziel hatten. Daneben erkennt Löwenthal »gesellschaftliche Verweigerung«, die sich, ohne den Sturz der Diktatur unmittelbar anzustreben, auf eine Zurückdrängung des Einflußes der totalitären Staatspartei in allen gesellschaftlichen Bereichen richten. Als dritte Form, und eben dies war das Metier von Rudolf Schottlaender, erkennt er die »weltanschauliche Dissidenz«, die durch ihre Praxis in Literatur, Kunst und Wissenschaft dazu beitrage »durch ihre Wirkung auf das Bewußtsein wichtiger Minderheiten die kulturellen Traditionen des früheren Deutschland über die Jahre des Schreckens hinweg zu retten«38, soweit Richard Löwenthal.
Insbesondere die Kategorie der »weltanschaulichen Dissidenz« läßt sich mit Modifikationen auf die aufklärerische Praxis des Philosophen Schottlaender gut anwenden. Das zur Sprache bringen gegensätzlicher Standpunkte, die Einübung in den auch kontroversen Dialog und die öffentliche Einmischung in die Angelegenheiten der Bürger, wie man vielleicht heute sagen würde, das »zivilgesellschaftliche Engagement« waren das eigentliche Anliegen Schottlaenders. Die Leitorientierung seiner pädagogischen und auch politischen Orientierung nach dem Ende des Nationalsozialismus hat Schottlaender in unzähligen Aufsätzen und Essays immer wieder formulierte.
Besonders eindringlich findet man dieses Plädoyer Schottlaenders in der Rede, die er auf dem von Stefan Hermlin einberufenen Schriftstellertreffen am 13./14. Dezember 1981 hielt. In knappen Worten umriß Schottlaender dort seine Haltung. Jeder Mensch, dem es um die »Gerechtigkeit des ethischen Urteils«39 ginge, sei angehalten auf Distanz zu gehen zur Parteilichkeit: »Mit der Situation des Richters hat die des über Ost und West gerecht Urteilenden oder urteilen Wollenden zwar nicht alles gemein, aber folgendes doch: Erstens: daß auch er die Parteien anzuhören und von ihnen zu lernen hat; Zweitens: daß auch ihn die Parteien wegen seiner Unparteilichkeit nicht verachten oder gar verdächtigen dürfen; und Drittens: daß seine Entscheidung im Einzelfall durchaus gegen eine der streitenden Parteien gerichtet sein kann, ohne daß solche Parteinahme, die von Fall zu Fall neu erfolgt, zusammenfiele mit der habituellen Parteilichkeit als einer Voreingenommenheit in Befolgung vorausgegebener Direktiven einer der streitenden Parteien.«40
Was Schottlaender hier formuliert, sind nichts weniger als wesentliche Prinzipien eines demokratischen und öffentlichen Dialogs. Es ist vielleicht kein Zufall, daß er hier Prinzipien anspricht, die z.B. Hannah Arendt in ihrem Spätwerk, über das Urteilen und das Zustandekommen des Urteilens formuliert hat. Sie hielt ja das Nicht-unabhängig-urteilen-können für eine zentrale Deformation der Täter und Mitläufer des Nationalsozialismus. Ihr Begriff der »Banalität des Bösen« läßt sich – so Arendt – auf die Unfähigkeit zum eigenständigen Urteil zurückführen.41 Schottlaenders Botschaft, seine Pädagogik und Philosophie, haben an dieser Stelle ebenfalls ihren Kern.42 Auch er war der Auffassung, daß der Haß und der Vernichtungswille, der ihm selbst in den Jahren 1933 bis 1945 entgegengeschlagen war, seinen Kern in der Unfähigkeit hatte, realistisch und gerecht zu urteilen. Und seine Botschaft politisch wie pädagogisch richtete sich auf die Vermittlung eben dieser Prinzipen eines erst Vernunft ermöglichenden kontroversen und öffentlichen Dialogs.

Sekundärer Antisemitismus
Richard Löwenthal war der Auffassung, daß »weltanschauliche Dissidenz« durch ihre Praxis in Literatur, Kunst und Wissenschaft dazu beitrage »durch ihre Wirkung auf das Bewußtsein wichtiger Minderheiten die kulturellen Traditionen des früheren Deutschland über die Jahre des Schreckens hinweg zu retten.«43 Lässt man diese Formulierung einmal etwas in sich nachklingen, erkennt man sofort, daß diese Beschreibung für Schottlaender nicht ganz stimmt. Seine pädagogische und philosophische Praxis hatte zum Kern nicht so sehr das Wachhalten von eigentlich bewahrenswerten Traditionen und ihre Rettung über die Zeit des Schreckens hinweg, er versuchte eine Erfahrung mitteilbar zu machen, die gerade von dem Schrecken sprach, die an eine Zeit erinnerte, die er selbst nur knapp überlebt hatte. Zwar tat er dies vor allem in seinem Metier, der Philosophie und der klassischen Philologie44, da er der Auffassung war, daß in ihr ein Schatz verborgen war, eine Botschaft und vor allem Tugenden, die sich für die Überwindung eben von ihm selbst durchlittener totalitärer Leidenschaften mobilisieren ließen. Wo es ihm jedoch geboten erschien und immer dann, wenn ihm die Möglichkeiten zu einem solchen Engagement nicht entzogen waren, engagierte er sich auch als Bürger.
Rudolf Schottlaender befand sich in beiden deutschen nachnationalsozialistischen Gesellschaften dabei in einer Situation, die sich drastisch von der Situation vieler anderer »Grenzgänger« und »weltanschaulicher Dissidenten« unterschied. Er wurde in beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften als überlebender Jude wahrgenommen. Und dieses Überleben selbst war es, das ihm und seinen Interventionen Mißtrauen und Ablehnung einbrachte. So etwa berichtet er in seiner Autobiographie davon, daß er in den 50er Jahren in die Gesamtdeusche Volkspartei Gustav Heinemanns nicht aufgenommen wurde. Eine Bekannte ließ ihn wissen, daß gegen ihn intrigiert worden war und zwar mit der Verdächtigung, er »müsse wohl als Jude, der in Deutschland überlebt hatte, in Diensten der Nazis gestanden haben.«45 Schottlaender schreibt in seiner Autobiographie: »Mir kommen nicht leicht die Tränen, aber nach Empfang dieser Mitteilung kamen sie mir.«46
Die Weigerung der Behörden in Ost Berlin, sein Gedenkwerk »Verfolgte Berliner Wissenschaft« zum Druck freizugeben, läßt sich auf einem ähnlichen Hintergrund, allerdings etwas verschoben, verstehen. Offenbar hatte die SED Furcht, eine Publikation von Schottlaenders Gedenkwerk könnte materielle und justizielle Forderungen von Überlebenden oder ihren Angehörigen mobilisieren und lehnte die Drucklegung seines Buches mit der Begründung ab, »Zionisten« könnten zuviel Kapital daraus schlagen.
So ist Schottlaenders Geschichte nach dem Nationalsozialismus auch ein fast schon »exemplarisch« zu nennendes Beispiel für die Fremdheit, das Unverständnis, den Widerwillen, die Ablehnung wenn nicht gar eines virulenten »sekundären Antisemitismus«, der jüdischen Überlebenden des Nationalsozialismus in beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften entgegengebracht wurde und zwar von Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft und politischer Orientierung. Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nicht verzeihen, hat Henryk M. Broder diese Haltung drastisch auf den Punkt gebracht.47
Schottlaender hat nach dem Ende des Nationalsozialismus in beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften einen sehr harten und oft einsamen Kampf geführt, gegen das Mißtrauen, die Ablehnung und die Mißgunst die ihm als Überlebendem Juden entgegengebracht wurden. Er hat dies in seiner Autobiographie in den Satz gefaßt: »In der Freundschaft ging es mir in den Jahren der sonst zunehmenden Vereinsamung besser mit Leuten, die keine Reue nötig hatten, als vorher mit reuig gewordenen einstigen Nationalsozialisten.«48

Martin Jander, geboren 21.1.55 in Freiburg, arbeitete nach einem Studium der Geschichte, Politik und Sozialwissenschaften zunächst als Dozent in der Erwachsenenbildung von DGB und ÖTV, von 1995 – 2000 war er Mitarbeiter im Forschungsverbund SED-Staat, er lebt heute als freier Journalist und Historiker in Berlin.

* Dieser Beitrag ist die überarbeitete Version eines Vortrags, den ich für einen workshop der Gedenkstätte Deutscher Widerstand (November 2001) erarbeitet habe. Das Thema des Workshops war die Bedeutung des Widerstandes im Nationalsozialismus als Handlungsaufforderung für die DDR-Opposition.
1 Die Humboldt-Universität hat zum 100. Geburtstag Schottlaenders ein Symposium durchgeführt. Dort sprachen Prof. Jürgen Dummer (Jena) zum Thema: Rudolf Schottlaender als Altphilologe, ausserdem Dr. Guntolf Herzberg unter dem Titel: Homo philosophicus. Götz Aly sprach über Schottlaender im Kalten Krieg. Alys Vortrag ist in verkürzter Form in der »Berliner Zeitung« (5.8.2000) erschienen, Jürgen Dummer hat mir das Manuskript seines Vortrags freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Ausserdem hat der jüdische Kulturverein e.V. zum 100. Geburtstag Schottlaenders eine Veranstaltung durchgeführt. Dort Sprachen Dr. Irene Selle, Hans Stern, Dr. Guntolf Herzberg und Prof. Jochanan Trilse-Finkelstein. Irene Selle hat mir ihr Manuskript freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
2 Eine kurze Würdigung des Übersetzers Rudolf Schottlaender findet sich in: namen + daten (2/2000), Rudolf Schottlaender: Ein Leben zwischen den Systemen.
3 Rudolf Schottlaender, Trotz allem ein Deutscher, Freiburg 1986, S. 38
4 Irene Selle (Hrsg.), Frankreich meines Herzens – Die Resistance in Gedicht und Essay, Leipzig 1987.
5 Rainer Schottlaender, Das teuerste Flugblatt der Welt – Dokumentation der Großfahndung des Staatssicherheitsdienstes an der Humboldt-Universität, Berlin 1993.
6 Wolfgang Kraushaar, Die Protest-Chronik, Hamburg 1996, Bd.3, S. 2220.
7 Die bislang vollständigste Publikationsliste Schottlaenders hat seine Tochter Irene Selle zusammengestellt: Irene Selle, Bibliographie Rudolf Schottlaenders, in: Ernst Oldemeyer (Hrsg.), Rudolf Schottlaender – Ursprung, Ursache, Urheber und andere Themen in philosophischer Neubefragung, Würzburg 1989, S. 245ff.
8 Rudolf Schottlaender, Verfolgte Berliner Wissenschaft. Ein Gedenkwerk. Berlin 1988.
9 OV Schreiber, MfS BV-Berlin, XV/3263/79, Archiv Nr. 5124/88, 12 Bände.
10 Rudolf Schottlaender, Trotz allem ein Deutscher, Freiburg 1986.
11 Siehe auch das Nachwort von Götz Aly zu: Rudolf Schottlaender, Verfolgte Berliner Wissenschaft. Ein Gedenkwerk. Berlin 1988; siehe auch: Götz Aly, Gegen Gedankenunterschlagung und Großgruppenhaß. Zum Tod des Ostberliner Philosophen Rudolf Schottlaender, in: die tageszeitung v. 15.1.1988; siehe auch: Götz Aly, Erinnerung an einen guten alten Bekannten, Berliner Zeitung, 5.8.2000.
12 Renate Johne, Rudolf Schottlaender, in: Hans Joachim Veen u.a. (Hrsg.), Lexikon – Opposition und Widerstand in der SED-Diktatur, Berlin 2000, S. 321.
13 Roland Köhler, Rudolf Schottlaender – Wissenschaftler gegen Block-Denken, in: Zeitschrift des Forschungsverbundes (ZdF) 5/1998, S. 38ff. Ganz ähnlich argumentiert Siegfried Prokop, »Freiheit ist ein Selberwollen«, in: hochschule ost 1/01, leipziger beitraege zu hochschule und wissenschaft, Leipzig 2001, S. 157ff.
14 Rudolf Schottlaender, Trotz allem ein Deutscher, Freiburg 1986, S. 87
15 Siehe auch: Wolfgang Kraushaar, Die Protest-Chronik, Hamburg 1996, Bd.1, S. 76.
16 Rudolf Schottlaender, Trotz allem ein Deutscher, Freiburg 1986, S. 76; siehe auch: Wolfgang Kraushaar, Die Protest-Chronik, Hamburg 1996, Bd.3, S. 2191.
17 Rudolf Schottlaender, Trotz allem ein Deutscher, Freiburg 1986, S. 70/71.
18 Ebenda, S. 71. / 19 Ebenda, S. 79.
20 Siehe: Kontext, Heft 2 (April 1988) , Rudolf Schottlaender, Der Wille zur Macht und die Kraft der Vernunft.
21 siehe: OV Schreiber, MfS BV-Berlin, XV/3263/79, Archiv Nr. 5124/88, Bd. 1, Eröffnungsbericht zur Eröffnung des OV »Schreiber«, 7.8.1979, S.1.
22 Redebeitrag Rudolf Schottlaenders, zitiert nach: Berliner Begegnung zur Friedensförderung, Protokolle des Schriftstellertreffens am 13./14. Dezember 1981, Darmstadt 1982, S. 155.
23 Rudolf Schottlaender, Trotz allem ein Deutscher, Freiburg 1986, S. 123.
24 Schon im Mai 1955 spricht Schottlaender z.B. auf einer in Leipzig organisierten Konferenz zum »Wesen und Entwicklung des Freiheitsbegriffs« an der sich 80 Wissenschaftler beteiligen. Siehe: Wolfgang Kraushaar, Die Protest-Chronik, Hamburg 1996, Bd.2, S. 1190.
25 Esther Dischereit, Joemis Tisch, Frankfurt 1988; dies., Merryn, Frankfurt 1992; dies., Übungen jüdisch zu sein, Frankfurt 1998; dies., Mit Eichmann an der Börse, München 2001.
26 Esther Dischereit, Projektantrag Rudolf Schottlaender 2.5.99, als Kopie im Archiv des Verfassers.
27 Rudolf Schottlaender, Trotz allem ein Deutscher, Freiburg 1986, S. 27.
28 Ebenda, S. 42/43.
29 Siehe: Irene Selle, Bibliographie Rudolf Schottlaenders, in: Ernst Oldemeyer (Hrsg.), Rudolf Schottlaender – Ursprung, Ursache, Urheber und andere Themen in philosophischer Neubefragung, Würzburg 1989, S. 245ff.
30 Rudolf Schottlaender, Trotz allem ein Deutscher, Freiburg 1986, S. 34/35.
31 Wolfgang Kraushaar, Die Protest-Chronik, Hamburg 1996, Bd.2, S. 1456.
32 Sonia Combe, Une Société sous surveillance – Les intellectuels et la Stasi, Paris 1999, S. 237ff.
33 Roland Köhler, a.a.O., S. 38.
34 Rudolf Schottlaender, Trotz allem ein Deutscher, Freiburg 1986, S. 102.
35 Ebenda, S. 102.
36 siehe: Rudolf Schottlaender, Vom Judenhaß dreier Großer. Nachbemerkungen zum Luther-Marx-Wagner-Gedenkjahr, in: Frankfurter Hefte, Nr. 38, 1983; siehe auch: Judesein-Rassismus-Zionismus, in: Zeichen der Zeit, Berlin/DDR, Heft 4/1986; siehe auch das Kapitel »Antisemitismus« in: Rudolf Schottlaender, Synopsis, Würzburg 1988.
37 siehe: Richard Löwenthal, Widerstand im totalen Staat, in: ders./ von zur Mühlen, Patrik, Widerstand und Verweigerung in Deutschland 1933 bis 1945, Bonn 1982, S. 11ff.
38 Ebenda.
39 Redebeitrag Rudolf Schottlaenders, zitiert nach: Berliner Begegnung zur Friedensförderung, Protokolle des Schriftstellertreffens am 13./14. Dezember 1981, Darmstadt 1982, S. 154.
40 Ebenda.
41 siehe: Hannah Arendt, Eichmann in Jerusalem – Ein Bericht von der Banalität des Bösen, München 1964, siehe besonders das Kapitel: »Von den Pflichten eines gesetzestreuen Bürgers«, S. 173ff.
42 Siehe z.B.: Rudolf Schottlaender, Läßt sich der Typus richterlicher Freiheit übertragen auf Urteile überhaupt?, in: Ernst Oldemeyer (Hrsg.), Rudolf Schottlaender – Ursprung, Ursache, Urheber und andere Themen in philosophischer Neubefragung, Würzburg 1989, S. 110ff.
43 Richard Löwenthal, Widerstand im totalen Staat, in: ders./ von zur Mühlen, Patrik, Widerstand und Verweigerung in Deutschland 1933 bis 1945, Bonn 1982, S. 11.
44 Siehe: Jürgen Dummer, Rudolf Schottlaender als Altphilologe, Jena 2000; Referat für eine Tagung zum 100. Geburtstag Schottlaenders an der Humboldt Universität Berlin. Prof. Jürgen Dummer (Jena) hat mir sein Manuskript freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
45 Rudolf Schottlaender, Trotz allem ein Deutscher, Freiburg 1986, S. 65.
46 Ebenda.
47 Henryk M. Broder, Der ewige Antisemit, Frankfurt a. M. 1987.
48 Rudolf Schottlaender, Trotz allem ein Deutscher, Freiburg 1986, S. 97.
 

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