Heft sonderheft/2003 | matthias domaschk | Seite 53 - 55

Peter Rösch

"Dzierzynski hätte euch gleich im Hof erschossen"

Interview von Gerold Hildebrand mit Peter Rösch

Peter »Blase« Rösch, geboren 1953 in Jena, lernte bei Carl Zeiss und der Universität Jena Feinmechaniker. Eigentlich wollte er Medizintechnik studieren, durfte aber kein Abitur machen. Bei einer Verlobungsfeier wurde er 1975 festgenommen und wegen »Verunglimpfung« der prügelnden Polizisten zu einer Geld- und Bewährungsstrafe verurteilt.1 Er engagierte sich unter anderem in der Jungen Gemeinde Stadtmitte und gemeinsam mit Matthias Domaschk im illegalen politischen Lesekreis. Die ersten Aktivitäten der unabhängigen Friedensbewegung, wie die Initiative »Sozialer Friedensdienst«, gestaltete er mit. Nach seiner Bausoldatenzeit war er sehr oft mit Matthias Domaschk zusammen, der auch gerade von der NVA heimgekehrt war. Peter Rösch verließ 1982 die DDR und arbeitet als Restaurator im Deutschen Technikmuseum Berlin. Das Gespräch führte Gerold Hildebrand im Dezember 2000.

Gerold Hildebrand: Du warst ein enger Freund von Matthias Domaschk, kannst Du ein paar gemeinsame Erlebnisse schildern?
Peter Rösch: Mitte der 70er Jahre war ich mit Matz, Matthias Domaschk, im Lesekreis in einer Arbeitsgruppe. Angefangen haben wir damit, die Parteistatuten der SED auseinanderzunehmen. Da wurde deutlich, daß im Prinzip die Macht der Arbeiterklasse immer mehr gemindert worden ist und Entscheidungen nur noch von oben nach unten durchgesetzt wurden. Dann haben wir Lenins »Staat und Revolution« durchgearbeitet. Wir waren zwei oder drei Gruppen. Jede hat immer ein Kapitel vorbereitet, und bei den größeren Treffen hat man sich darüber ausgetauscht und eine ganze Menge gelernt. Daß das gleich »staatsfeindliche Gruppenbildung« war, das war eben das Problem der DDR.

Du warst mit Matthias Domaschk viel unterwegs?
- Ja, zum Beispiel sind wir nach Weimar gefahren. Zwischen Weimar und Jena verlief die Bezirksgrenze, und da war ein anderer Staatssicherheitsbereich. Das war für uns, als ob wir auf Urlaub fahren. Die dortige Stasi war nicht so auf uns fixiert wie in Jena. Wir hatten aber auch die richtigen Leute dort, die wir besuchen konnten.2
Wir waren oft in Polen, 1974 und 1975 in Czêstochowa und im Sommer 1980 in Warschau und Gdañsk. Als die Streiks auf der Werft begannen, haben wir Leute von Solidarnosc kennengelernt und Materialien in die DDR geschmuggelt. Ich bekam dann einen PM 123 und durfte nicht mehr reisen.

Wie war das mit Eurer Verhaftung 1981?
- Wir wollten um 18 Uhr mit dem Zug nach Berlin fahren, Freitag nach der Arbeit. Im Saalbahnhof wollten wir noch was essen. Da gab’s die wunderschönen Brote mit den gewellten Wursträndern. Die standen ewig in der Dampfheizung und waren unappetitlich wie Sau. Da haben wir lieber darauf verzichtet und sind mit leerem Magen in den Zug rein. Zum Glück war viel Platz, jeder hat sich auf eine Bank gelegt und ein bißchen geschlafen.
In Jüterbog stand der Zug schon extrem lange. Auf einmal kam die Transportpolizei und fragte mich auf den Kopf zu: »Sie sind Herr Rösch?« Ich sagte bloß: »Ja.« Da mußten wir den Ausweis zeigen und aussteigen. Vom Bahnsteig aus sah ich zwei Mädchen, die wir kannten. Ich sagte nur: »Hallo!« Die sind dann gleich wegen des Grußes auch verhaftet worden. Damit konntest du nicht rechnen.
Dann waren wir bei der Transportpolizei. Die Mädchen waren irgendwo verschwunden. Es gab nichts zu essen, nichts zu trinken. Nachts kamen Zivile und haben uns verhört. Am nächsten Morgen mußten wir den Transportpolizisten Geld geben, damit die uns eine Bockwurst kaufen. Im Fernseher lief – ich war noch müde – die Rede auf dem Parteitag. Das nervte ganz schön.
Schließlich kam die Polizei, und es wurde ernst. Die behandelten uns gleich wie Schwerverbrecher und brachten uns in Knebelketten auf das VPKA4 in Jüterbog. Da warteten wir wieder ewig, dann Verhöre in einem extrem barschen Ton. Wir waren uns überhaupt keiner Schuld bewußt. Nachmittags kam ein B 10005, und wir wußten überhaupt nicht, wohin wir fahren. Wir durften nicht mehr miteinander reden und mußten die Hände unter die Oberschenkel legen. Der eine hat gedroht, er sei ein besonders guter Schütze. Das war alles so überzogen. Wir hatten doch keine Bank überfallen, wir wollten zu einer Geburtstagsfeier!
Sie brachten uns nach Gera ins Gefängnis. Im Hof stand schon ein Spalier. Das ging gleich so los: »Im Laufschritt, Marsch, Marsch.« Ich hatte mir ein paar Monate vorher ein Bein gebrochen und konnte noch nicht richtig laufen. Da haben sie mir in den Hintern getreten und gebrüllt: »Schneller!« Jeder kam in eine Einzelzelle im Keller, ohne Fenster, da war nur ein Luftloch in der Decke und Neonlicht und keine Liege, nur Hocker, Toilette und ein kleines Tischchen. Alle drei Minuten guckte einer durch den Schlitz. Ich hab autogenes Training gemacht, innerlich ganz laut Musik gehört und versucht, meine Ruhe wiederzufinden. Als ich zum Verhör geholt wurde, hatte ich mein seelisches Gleichgewicht wiedergefunden.
Beim ersten Verhör, gleich zur Begrüßung, zeigte der Vernehmer6 auf ein Bild an der Wand und fragte: »Na, wer ist das?« Ich: »Ist mir egal, weiß ich nicht.« Da sagte der: »Das ist Feliks Dzierzynski, der Gründer der Tscheka. Der hätte nicht so viel Federlesens mit euch gemacht. Der hätte euch gleich unten im Hof erschossen.« Da dachte ich: Na prima, hier bist du ja gut gelandet. So in der Art gingen dann die Verhöre los. Ein Tonband lief ständig mit, zwischendurch wieder runter in die Zelle, dann wieder hoch, so verging die Nacht.
Ich hatte ja schon eine schlaflose Nacht hinter mir, den Tag vorher gearbeitet. Den Tag davor, Donnerstag, waren wir auf einer Tanzveranstaltung gewesen und hatten danach auch nicht viel geschlafen. Also, ich war schon ganz schön kaputt inzwischen.
Früh sollte ich dann das Protokoll unterschreiben. Der Vernehmer hat Frühstück hingestellt und gesagt: »Sie können essen, wenn Sie unterschreiben.« Ich habe lange nicht unterschrieben – erst als Änderungen im Protokoll vorgenommen wurden. Ich kam wieder in die Gefängniszelle und erhielt endlich was zu essen. Dann wurde ich rausgeholt und bin in ein sogenanntes Staatsanwaltszimmer gekommen. Das sah aus wie so ein ungemütliches DDR-Wohnzimmer. Da haben sie mir gesagt, daß ich entlassen werden soll und noch warten muß. Ich mußte unterschreiben, daß ich ordnungsgemäß behandelt worden bin. Dann hab ich das Fenster aufgemacht und die Luft eingeatmet. Das war schon ein gutes Gefühl, ich hatte natürlich damit gerechnet, daß Matz mit rauskommt.
Endlich kam der B 1000 und ich bin eingestiegen und habe gewartet, daß Matz kommt. Dann hörte ich, wie sie drin riefen: »Schnell ein Arzt, schnell ein Arzt.« Daraufhin – inzwischen weiß ich seinen Namen – ist Köhler noch mal reingegangen, wartete ein bißchen, kam wieder raus, machte meine Tür zu und sagte zu dem Fahrer: »Losfahren.« Da ging das Gefängnistor auf, und ich fuhr nach Jena.

Was hast Du gemacht, als Du aus dem Gefängnis zurückkamst?
- In Jena bekam ich ein kleines Stückchen karierten Zettel in die Hand gedrückt, wo drauf stand, daß ich Peter Rösch bin, am Spitzweidenweg wohne und ein Stempel. Das war mein Personalausweis, da hatte ich nicht mal mehr einen PM 12. Da war ich ein Mensch allerallerletzter Klasse.
Ich bin dann zu Ute Hinkeldey gegangen, habe gesagt: »Der Matz ist noch im Knast. Guckt mal alle paar Stunden, ob er zu Hause ist, damit sich jemand um ihn kümmert, dem scheint’s nicht gut zu gehen.« Ich dachte, daß er was mit dem Kreislauf hat. Was wir da erlebt haben, war ja nicht gerade einfach. Mir ging’s ja auch nicht gut. Ich bin am nächsten Tag zum Arzt gegangen, habe mich krank schreiben lassen. Die Ärztin hat deswegen Ärger bekommen. Mein Chef auf der Arbeit, Hans-Joachim Volke, ehemaliger IM des MfS, hat sie angebrüllt, wieso die einen Staatsfeind und Simulanten wie mich krank schreibt.

Wie hast Du von Matz’ Tod erfahren?
- Batti7 kam zu mir und teilte mir mit, daß Matz tot ist. Da wollte ich nur noch allein sein und mußte erst mal selbst damit klarkommen. Batti war bei der Mutter gewesen. Und die hat gesagt, daß er tot ist.8 Ich konnte nicht einmal an der Trauerfeier teilnehmen, weil mich an diesem Tag die Staatssicherheit schon wieder zum Verhör abgeholt hatte, nur damit ich nicht hingehen konnte.

Hast Du noch andere benachrichtigt?
- Ich habe in Weimar Bescheid gesagt, in Zeitz, damit Leute kommen. Aber ich war damals so fertig, da haben sich andere mehr drum gekümmert. Ich war einfach fertig mit der Welt. Das hat mich ganz schön im Inneren getroffen. Aber weil Rochau9 und ich 1979/80 die Offene Arbeit vernetzt hatten, haben die dann alle innerhalb von wenigen Stunden Bescheid gewußt.

Matz und ein Selbstmord – paßt das zusammen?
- Wir haben oft allein einen Abend zusammengesessen und über unser Innenleben gesprochen. Da hätte ich garantiert gemerkt, wenn er depressiv gewesen wäre, aber das war er nicht. Klar hat es ihn belastet, daß seine Freundin Kerstin im Gefängnis war. Aber er wußte, daß sie bald wieder raus kommt. Gerade deswegen nimmt sich niemand das Leben. Wir haben auch oft darüber gesprochen. Wir zwei waren überhaupt keine Jungs von Traurigkeit: Wenn es irgendwo eine Party gab, waren wir immer dabei. Matz hat gerne gefeiert, der hat auch viel gelesen und sich Gedanken gemacht.

Warum hast Du im September 1981 einen Ausreiseantrag gestellt?
- Ich hatte ja schon im Gefängnis das Angebot bekommen, die DDR zu verlassen. Der Vernehmer Seidel hat mich gefragt, wo ich mir vorstellen könnte zu leben. Ich hab das lange nicht kapiert, weil ich so müde und fertig war. Dann fragte der, ob ich nicht in West-Berlin oder Westdeutschland bei meinen Freunden leben möchte. Ich antwortete: »Nein, wenn ich die DDR verlassen soll, dann gehe ich nach Polen.« Das fanden die aber überhaupt nicht so gut. Na, von der Solidarnosc habe ich nichts gesagt, bloß daß ich Freunde in Polen hätte.
Schnur war unser Rechtsanwalt; der meinte, ich müßte mit zehn Jahren Knast rechnen, er wüßte das aus Gesprächen mit dem Staatsanwalt. Da hätte ich eigentlich stutzig werden müssen. Aber wenn so einer, der war ja damals Gott, wenn der schon sagte: »Es wird Zeit, daß Du weggehst«, war das ein Punkt, der mich in diese Richtung bewegt hat. Später habe ich erfahren, daß Schnur10 seine erste große Auszeichnung von der Staatssicherheit, die Verdienstmedaille der DDR, bekommen hat, weil er es durch seinen Einfluß geschafft hat, viele Leute aus Jena in den Westen zu bringen.
Dann die ganzen Stasi-Observierungen. Die lungerten vor meiner Wohnung herum, verfolgten mich durch die Stadt. Einmal kam einer an und sagte: »Können Sie nicht mal an einem Bäcker vorbeigehen? Wir haben heute noch nichts zu essen bekommen.« Da bin ich natürlich extra da lang, wo kein Bäcker war. Aber irgendwann kannst du das nicht mehr ertragen. Du willst einfach nur noch normal leben. Auf der Arbeit hatte ich einen IM bei mir in der Abteilung, mein Chef war IM, im Bücherladen, mein Bruder – ich habe nur noch in einem IM-Leben gelebt. Das war doch alles kein Leben mehr, was die mit uns veranstaltet haben. Der Staat hat einfach in dein Leben eingegriffen und es so verändert, wie du gar nicht vorhattest, zu leben. Ich durfte zum Beispiel kein Abitur machen in der DDR. Aus Verzweiflung habe ich mit Freunden einen Schreibmaschinenkursus belegt.
Auch wenn mir später in West-Berlin schon einige meiner Freunde sehr gefehlt haben, bin ich froh, daß ich gegangen bin und normaler gelebt habe. Das heißt, ganz normal haben wir auch nicht gelebt, denn wir haben die DDR nicht vergessen. Wir haben Sachen rübergeschmuggelt und alles mögliche gemacht, damit das dort weiterläuft.

Glaubst Du, etwas erreicht zu haben?
- Ich denke schon. Wir haben nicht einfach alles hingenommen, sondern innerhalb dieser Gesellschaft – in der DDR und später auch im Westen – versucht, etwas zu verändern und zu bewegen. Über den Herbst 1989 wird gesagt: Das war der Beginn vom »aufrechten Gang«. Aber wir sind schon in der DDR aufrecht gegangen, und das über viele Jahre hinweg.

Was hältst Du vom Prozeß gegen die Stasi-Offiziere?
- Das ist eine ganz unbefriedigende Situation. Daß nur nach den Gesetzen der DDR gerichtet worden ist, das finde ich ein Ding der Unmöglichkeit. Und daß der Tod nicht behandelt worden ist. Die sind einfach mit einer Geldstrafe davongekommen. Wir haben über zehn Jahre gekämpft, damit überhaupt eine Gerichtsverhandlung stattfindet. Und am Ende ist es nur dazu gekommen, weil zwei der Verurteilten ihre Geldstrafe nicht akzeptiert haben.
Und man muß sich einmal den Ablauf vor Augen halten: Die Tochter als Nebenklägerin hätte den Prozeßtermin nicht einmal erfahren. Ich hatte auch noch Ärger auf der Arbeit und mußte eine Begründung schreiben, warum ich dafür frei haben wollte – als Zeuge! Ich mußte 180 Mark überweisen für ausgefallene Lohnkosten. Nicht einmal die Übernachtung wurde mir bezahlt und nur ein Teil vom Fahrgeld. Unser Rechtsanwalt kam nicht. Und der Stasi-Offizier Köhler, der immer der Schlimmste war, fuhr nach Österreich in den Urlaub. Der ist Immobilienmakler auf dem Kudamm, der andere11 Dispatcher, und die geben einen Monatsverdienst von 1200 Mark an und kriegen dafür nur den niedrigsten Tagessatz. Das hinterfragt keine Staatsanwältin und kein Richter. Wir aber müssen uns Gedanken machen, wie wir den Rechtsanwalt bezahlen.
Dabei geht es doch darum, daß aufgeklärt wird, wer die Verantwortung für den Tod von Matz trägt, und daß seine Tochter Julia endlich weiß, was geschehen ist. Die Tochter hat keine Unterstützung vom Staat bekommen. Ich habe mir gesagt – Matz und auch der Tochter zuliebe –, ich werde mich bis zum Schluß bemühen, damit wir die Wahrheit herausbekommen und nicht auf der Hälfte des Weges stehenbleiben. Wie die Bundesregierung, egal ob CDU oder SPD, mit der Geschichtsaufarbeitung umgeht, ist für mich mehr als unbefriedigend. Sowenig, wie die Aufarbeitung nach dem zweiten Weltkrieg geschehen ist, sowenig passiert jetzt. Es waren zwei Diktaturen, unterschiedliche Diktaturen. In beiden sind eine Menge Ungerechtigkeiten und Verbrechen geschehen, und beide Male waren sie nicht in der Lage, eine vernünftige Aufarbeitung zu leisten. Diesmal bin ich zufällig von der einen Diktatur mitbetroffen. Auf jeden Fall lasse ich das nicht ruhen.

1 Vgl. Udo Scheer, »Polizeiwillkür in der Gartenstraße«, in: Horch und Guck, Heft 25 (1999), S. 15–19. Vgl. auch ders., Vision und Wirklichkeit. Die Opposition in Jena in den siebziger und achtziger Jahren, Berlin 1999, S. 42–49.
2 Vgl. Interview mit Silvia Granderath.
3 Der PM 12 war ein vorläufiger Personalausweis. Er berechtigte nicht zum Verlassen der DDR und bewirkte besondere Behandlungen bei Ausweiskontrollen.
4 Volkspolizeikreisamt.

5 Barkas-Gefangenentransporter.
6 Vernehmer von Peter Rösch waren Oberleutnant Hans-Joachim Seidel und Hauptmann Dieter Strakerjahn.
7 Manfred »Batti« Hildebrandt
8 Manfred Hildebrandt hatte die Nachricht auf der Arbeitsstelle der Mutter von deren Kollegin erfahren.
9 Der Diakon und Leiter der Offenen Arbeit in Halle-Neustadt, Lothar Rochau, wurde 1983 nach seiner Entlassung aus dem Kirchendienst inhaftiert und aus dem Gefängnis in den Westen abgeschoben.
10 IME seit 1965 mit den Decknamen »Torsten« und »Dr. Schirmer«.
11 Der stellvertretende Kreisdienststellenleiter Herbert Würbach.

 

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