Heft 51/2005 | Sportwunderland ddr | Seite 21 - 31

Giselher Spitzer

Vorbild oder Zerrbild?  

Der DDR-Hochleistungssport im Licht neuer Forschungen

DDR-Sport als Forschungsproblem – Vorbild oder Zerrbild?

DDR-Sport als Forschungsproblem
Vorbild oder Zerrbild? Die Auseinandersetzung mit dem Phänomen des DDR-Hochleistungssports hat mehrerlei Sichtweisen zu Tage gebracht: Viele Praktiker und Sportpolitiker sehen heute den DDR-"Leistungssport" und die damit zusammenhängende angewandte Sportwissen­schaft zu leicht (und unkritisch) als "Vorbild" für die Entwicklung des bundesdeutschen Sports. Damalige Ärzte, Trainer und Athleten werden ebenso eingeschätzt. Die Gefahr der Apologie droht.

Mit "Zerrbild" wiederum ist ein doppelter Aspekt angesprochen: Im Licht neuer Forschungen handelt es sich beim DDR-Medaillensport eindeutig um ein Zerrbild der Ziele des internationalen Sports wie der seinerzeit deklarierten humanistischen "Körperkultur". Das Sportsystem stellte geradezu eine Karikatur der geforderten Solidarität und des Idealismus vor; Schlagwort: Darwinismus als Survival of the fittest und brutale Gewinnorientie­rung und –maximierung auf allen Seiten des drogenverseuchten Berufssports unter Missachtung des DDR-Rechtssystems.

Apologeten aus dem PDS-Lager ebenso wie auffälliger Weise ein Teil der bundesdeutschen Historiker mit dem Arbeitsgebiet Sport betrachten die Ergebnisse quel­lengesättigter empirischer Forschung ebenfalls als "Zerrbild": Diese träfen weder die Realität noch das Erleben noch die Lebensleistung der Systemträger.1

Wie diese Bemerkungen zur Titelwahl schon andeuten, hat das Thema "Hochleistungssport in der DDR" zur bislang schärfsten Kontroverse in der Sportgeschichte nach 1945 geführt, die mit tagespolitischen Interessen2 verwoben ist. Eine Gruppe westdeutscher "Aufarbeiter" hat sich mit ehemaligen DDR-Funktionsträgern bis hin zur Leitung des selbständigen Staatssekretariats für Körperkultur und Sport beim Ministerrat der DDR zusammengetan, um zu forschen. Darunter sind zahlreiche Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (IM des MfS), ebenso Verantwortliche für das brutale Zwangsdopingsystem. So forschte der inzwischen verstorbene Prof. Edelfrid Buggel nach der "Wende" in einem Bundesprojekt über "Volkssport".3 Buggel hatte vorher als Erster Stellvertreter des Staatssekretärs die Aufsicht über die Pro-Dopingforschung innegehabt (ihm und seinem Chef Prof. Günter Erbach waren die Ärzte des für Doping verantwortlichen Sportmedizinischen Dienstes der DDR [SMD] unterstellt, die allerdings für die Projekte nicht gewonnen wurden).4 Dass dieser Personenkreis bis zur friedlichen Revolution öffentlich wie auf wissenschaftlichen Tagungen seinem SED-Parteiauftrag entsprechend nicht der Wahrheit verpflichtet war oder gar als Stasi-Spitzel Berichte lieferte, hat der Loyalität dieser westdeutschen Interessengruppe keinen Abbruch getan. Aufgrund dieser wohl einzigartigen Akteurskonstellation  wirken manche Arbeitsergebnisse wie eine Fortsetzung der DDR-Geschichtspropaganda. Sie sind daher für eine fruchtbare Auseinandersetzung mit dem Phänomen m. E. zu oft wertlos und werden späteren Generationen eher zu menta­li­tätsgeschichtlichen Studien dienen, wie und warum es nach 1990 zur Tradierung von SED-, MfS- und Doping-Milieus in einer der Freiheit des Individuums verpflichteten Gesellschaft kommen konnte.5

Die Arbeit des Verf. ordnet sich hingegen in das inzwischen klassische Konzept  von Geschichte als historischer Sozialwissenschaft ein, die Methodenpluralität betreibt, je nach der Fragestellung.6 Dazu gehört auch der Perspektivenwechsel hin zu den Objekten der diktatorischen Herrschaft über den Sport: den Beherrschten im Setting "Hochleistungssport". Um es hart, ja überspitzt zu sagen: Es geht vorrangig um den Alltag und das Erleben der Opfer, nicht der Täter. Eine solche Geschichtsauf­fassung führt dann eher zu Hilfestellungen für Verfolgte und Opfer des Systems7 als zu Auftritten bei einer PDS-Vorfeldorganisation wie dem Potsdamer Verein "Sport und Gesellschaft".

Wie die Gruppe um Buss, Becker, Güldenpfennig und Krüger die an den Beherrschten orientierten Arbeitsergeb­nisse zur Kenntnis nimmt, sei an einer Wertung eines früheren Kollegen belegt, mit dem Verf. von 1987 bis zur Einstellung 2000 die Zeitschrift "Sozial- und Zeitgeschichte des Sports" (SZGS) herausgegeben hat: So wird häufig kritisiert, diese Arbeiten beispielsweise zum staatlich organisierten Doping oder zu den totalitären Strukturen im Leistungssportsystem seien zum einen monokausal. Zum anderen würden gleichsam Soll-Werte wie Beschlüsse oder Anweisungen zu Grunde gelegt. Diese würden jedoch eher nicht die Realität im DDR-Leistungssport widerspiegeln. Weiter käme es zur Ausblendung sozialhistorischer Sichtweisen8. Ganz abgesehen davon, dass diese Autoren alternative Modelle bislang nicht vorgelegt haben: Solche Urteile halten Leser von der Kenntnisnahme der Forschungen ab, sie sind auch im Kern unzutreffend. In eigene Studien zum DDR-Sport wurden von Anfang an Berichte, Meinungen und Einschätzungen von Zeitzeugen einbezogen. Verf. hat eine dreistellige Zahl von Gesprächen mit Zeitzeugen aller, auch der obersten Kategorien geführt, die häufig in den Fußnoten nachgewiesen sind, weil sie einen Sachverhalt belegen oder auch abweichende Informationen geben. Die enge Kooperation während der Entstehungsphase des Buches "Goldkinder" (HARTMANN 1997/1998) machte strukturierte Interviews mit Zeitzeugen sogar zum konstitutiven, kontrastierenden Teil des erfolgreichen Buches.

Auf der Grundlage von über einem Dutzend Jahren Forschung möchte ich die Eingangsfrage behandeln. Grund­legendes muss jedoch in didaktischer Absicht und aus Raumgründen in thesenhafter Form in die Diskussion eingebracht werden:
(1) Unübersehbar ist, dass sich der DDR-Hoch­leistungs­sport unter der Perspektive der Institutionenbildung stärker ausdifferenzierte als alle anderen westeuropäischen Sportsysteme und damit den wachsenden Anforderungen nachkam – nur hier war er "modern". Im völligen Gegensatz zu dieser äußeren "Fortschrittlich­keit" steht das Fehlen einer entsprechenden Ausdiffe­renzierung auf der Sinnebene, wie sie für die Bundesrepublik seit den 1960er Jahren typisch ist (Orientierung an sich ändernden Akteursorientierungen, Inklusion durch Breitensport, Akzeptanz gegenüber neuen Sportarten).9

(2) Strukturelement des olympischen Hochleistungssports der DDR waren zu jeden Zeitpunkt berufssportlich verfasste Praxen.

Die folgenden Charakterisierungen des DDR-Sports relativieren deshalb vieles, was heute geläufige "Meinung" ist oder gar von Interessierten verbreitet wird.  Sie zeigen zugleich, dass es bei diesem Thema um mehr als die Rekonstruktion eines nur "anderen" Sport-Modells geht. Wie anklingt, war das System nicht einfach von vielfachen "Grenzüberschreitungen" begleitet, sondern diese begründeten das System sogar. Und je länger die Vergangenheit zurückliegt, umso mehr werden von Zeitzeugen die negativen Aspekte in Abrede gestellt, häufig weniger aus "DDR-Nostalgie" als aus handfesten materiellen Motiven. So nutzte ein Neubrandenburger Trainer die Tatsache, dass seine Athletin die einzige Goldmedaille für das deutsche Team bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Helsinki 2005 errungen hat, dazu, für sich einen Arbeitsvertrag im Deutschen Leichtathletik-Verband einzufordern. Er verschwieg allerdings seine Einbindung in das Dopingsystem sowie die Tatsache, dass er als IM "ALEXANDER" ein so aggressiver Stasi-Spitzel war, dass eine Sportlerin mit seinen schmutzigen Berichten über sie an die Öffentlichkeit gegangen ist.10    


Gesellschaftsvertrag – politisch dominierter Berufssport ohne freien Zugang und mit lebenslanger Alimentierung
Im DDR-Hochleistungssport hat es praktisch nie Ruhe und Homöostase gegeben. Eine Periodisierung kommt daher zu anderen Ergebnissen als das Modell der "Etappen" des Sozialismus:
"Aufbau und Suche nach einer passfähigen Organi­sationsform zwischen Politiksteuerung und Eigenwerten des Sports (1945-1971);
Sicherung der Vorrangstellung des Spitzensports und seiner Erfolge bei Bedeutungsverlust des Breitensports (1972-1989/90) und äußerer Erhaltung der Einheit des Sports.
Dass der Breitensport ... marginal erscheint, ist eine Folge der Sportpolitik der DDR, die in diesem Punkt weitgehend deklamatorisch vorging."11
Die kritische Rekonstruktion führt damit zu Ergebnissen, die gänzlich von der Selbstdarstellung der DDR abweichen.

1. Nachwuchsgewinnung als Selektion der durch­set­zungs­fähigsten 3 %
Als erstes kam es zur ethisch fragwürdigen Totalerfassung der gesamten Jugend: Gut 60.000 Kinder wurden nach wissenschaftlichen Kriterien selektiert und durch Trainer für Sportarten interessiert (nicht durch eigene Entscheidung). Nur etwa 40 % fanden auf traditionelle Weise in "ihre" Sportart: durch Eigeninteresse oder private Ansprache durch Sportler und Trainer. Ort der Ausbildung war das "Trainingszentrum", von denen es etwa 1.800 gab. In harter Selektion gelangten jährlich die aussichtsreichsten 10.000 Sportler/Innen in die "Förderstufe 2": Sie wurden in die "Sportclubs" delegiert und zugleich in "Kinder- und Jugendsportschulen" unterrichtet. Eines von beiden war nicht möglich. Wer nicht "weiterkam" und "auf die sichere Seite" gelangte, fiel gleichsam in ein Loch ohne adäquate Sportmöglichkeiten: Die DDR sparte das Geld, dieser großen Gruppe ein Wettkampfsystem zur Verfügung zu stellen, so wie es in der Bundesrepublik historisch immer vorhanden war (von der zweiten Kreisklasse bis zu nationalen Spitze). Die übergroße Mehrheit der Selektierten – letztlich um 90 % – hatte aufgrund des Wiederausschlusses ausgesprochene Negativ-Erfahrungen mit organisiertem Sport. Die weiter geförderten restlichen 10 %, also die in Sportclub und Kinder- und Jugendsportschule Verbleibenden, konnten aufsteigen: Sie gehörten dann zu den 2.000 Aktiven, die im "Kaderkreis 2" (Auswahlkader im "Anschlussbereich") oder im "Kaderkreis 1" als Mitglieder der Nationalmannschaften der "Förderstufe 3" (Hochleistungs-Training im Sportclub, nach Ende der Schuljahre) angehörten. Grundlage war der Verteilungsschlüssel, der einzuhalten war, um die sog. "medaillenintensiven Sportarten" (bei denen mit minimalem Einsatz ein Maximum an Medaillen errungen werden konnte, z.B. Schwimmen oder Kanu) mit Nachwuchs zu beschicken. Hier wurden also Kinder in Sportarten hineingeleitet, nicht, wie zuvor, begabte Kinder einer Sportart aufgrund ihrer Erfolge intensiver gefördert. Das System bestand mithin in der Selektion der durchsetzungsfähig­sten 3 % der gesamten DDR-Schuljugend. Eine vergleichbare Förderung in anderen Teilbereichen gab es in der DDR nicht – so bedeutend war die politische Funktion des Medaillen-Sports.

2. Vereinseitigung und Verberuflichung

Für die materielle Ebene steht mittlerweile fest: Trotz der Ansprüche von Verfassung und kommunistischer Herr­­schaftspartei ging der Löwenanteil der Mittel nicht an den Breitensport, sondern in den Hochleistungssport (dies ist u. a. auch Ursache der heute noch um zwei Drittel geringeren Sportbeteiligung in den Neuen Ländern.) Exakte Zahlen sind nur schwer zu erhalten. Ein schönes Exempel liefert Klaus REINARTZ: Die Rechentricks zur Verschönerung der realen Negativbilanz im Massensport drohten international aufzufliegen. Da im Statistischen Jahrbuch der DDR nur Neubauten und nicht die Abgänge im Sportstättenbau veröffentlicht wurden, lag die DDR im Olym­piajahr 1984 in der "Sportstättenversorgung pro Kopf der Bevölkerung [...] mit großem Abstand an der Weltspitze". Auf Initiative von Manfred Ewald konnte die peinliche Veröffentlichung durch die UNESCO verhindert werden (1999, S. 355). Die realen Daten wurden seinerzeit immer geheim gehalten und können im Grunde nur durch die "noch geheimere" Sammlung von Daten durch das Ministerium für Staatssicherheit rekonstruiert werden, die interessante sozialgeschichtliche Ergebnisse liefern: Aufgrund der Geheimhaltung kam es vor, dass "Sportgemein­schaften" auf dem Papier begründet wurden und die Arbeit dieser Geister-Sektionen in Wirklichkeit der Bereicherung einzelner Betrüger diente. In einem Fall wurde der Betrug nicht öffentlich, sondern durch jährliche "Abschreibung" der Geister-Sportgemeinschaft mit Zuwachs in wirklichen Sektionen rechnerisch ausgeglichen (SPITZER im Druck). Was so pittoresk und zugleich anek­dotenhaft wirkt, gibt einen Eindruck von dem veränderten System, in dem die traditionelle, solidarische Vereinsor­ganisierung zugunsten von öffentlichen Sport-Körperschaften verboten war. Bedenken wir, dass es nur im DDR-Hochleistungssport zuletzt mindestens 4.700 haupt­berufliche Trainer gegeben hat, kommt man nach heutigen Zahlen – also unter der Annahme der Weiterschäftigung nach BAT II oder I sowie A13 und 14 und den nach besonderem Tarif bezahlten Bundes- und Honorartrainern – schätzungsweise auf über 200 Millionen € Gehälter.12 1.000 Ärzte im Spitzensport und  5.000 Funktionäre übersteigen nach heutigen Tarifen diese Summe noch einmal. Die exorbitanten Kosten für Forschung und Dopingmittelimport und -herstellung und nicht zuletzt die Stasi sind bislang nicht bezifferbar. Dieser Wandel hatte sich früh ereignet. Seit 1952 gab es faktisch den Berufssport unter Umgehung des bis 1984 gültigen Amateurstatuts: Trotz Anstellungsvertrag war die völlige Freistellung von der Arbeit bei Zahlung überdurchschnittlicher Gehälter durch die Betriebe oder durch den Staat über die Sportorga­nisation üblich. Prämien gehörten dazu. Bei Einhaltung der politischen Verhaltensregeln wurden weitere Gelder nach Abschluss der Karriere ausgezahlt. Weiter wurden ab den 1960er Jahren faktisch Ausbildung und (heute wichtig!) lebenslange Beschäftigung garantiert. Der Aufnahme­ver­trag, offiziell die "Delegierung", leitete diese Berufskar­riere des Athleten ein. Sie ist juristisch durchaus als Kne­belvertrag anzusehen und hat mit Vertragsfreiheit und Selbstbestimmung nichts zu tun. DDR-Athleten waren damit exzeptionell entlohnte Staatsbeamte mit Karrieregarantie und Schweigeverpflichtung über den Alltag und Kontaktverbote mit nicht staatsnahen Personen oder Organisationen.     


Politische Durchherrschung und SSD
Merkmal des Alltags war die rigorose Durchherrschung durch SED und Geheimdienst, durch die letztlich jede Reformfähigkeit erstickt wurde. Die von den Gegnern "Stasi" genannte terroristische Geheimpolizei nutzte für die Kontrolle des DDR-Hochleistungssports rund 3000 freiwilligen Agenten ("Inoffizielle Mitarbeiter" – "IM"). Eine perfektionierte "Durchherrschung" im Inneren war ebenso wie die Ausforschung z.B. der Bundesrepublik oder der "Republikflüchtigen" Aufgabe des Ministeriums für Staatssicherheit. Der Arm der Stasi im Westen reichte bis in das Sportministerium oder das Präsidium des Nationalen Olympische Komitees für Deutschland (NOK). Aus beiden Einrichtungen gelangten vertrauliche Gesprächs­inhalte häufig noch in der Nacht nach der Sitzung nach Ost-Berlin. Umgekehrt hat das MfS trotz intensiver, jahrzehntelanger Recherche (z.B. im ZOV "SPORTVERRÄ­TER")  keine gegen die DDR gerichtete Sport-Spionage nachgewiesen; auch der Überläufer Tiedge bestätigte dem DDR-Staatssicherheitsdienst, dass es keine Sportspionage des BND in der DDR gebe.  

Für den Sportausschuss des Deutschen Bundestages wurden diese Schattenseiten des Sports analysiert: der Versuch der totalen Kontrolle und Durchherrschung durch den Staatssicherheitsdienst. Das Netz war über 100.000 Personen im DDR-Spitzensport, deren Freunde und Familienangehörige ausgespannt. Die etwa 3.000 freiwilligen "In­­offiziellen Mitarbeiter" (IM) im Sportbereich konnten dabei, auch was die Karriere anbelangt, mit unbedingtem Schutz rechnen: Dies war ein Webfehler der DDR-Gesellschaft, ebenso wie es im Sport die Bevorzugung der Sport­vereinigung Dynamo durch geheimdienstliche Tätigkeit war, wie am Fußballbetrieb sowie an grundlegenden sportpolitischen Entscheidungen gezeigt wird. Die Verheimlichung des systematischen Sportbe­trugs durch staatlich finanziertes Zwangsdoping war seinerzeit eine Hauptaufgabe des MfS. Ein wichtiger Befund für die Dopingbekämpfung heute liegt darin, dass Stasi-Material erstmals die Effektivität unangemeldeter Trainingskontrollen beweist. Schon der Austausch von harmlos erscheinenden, aus der Sicht des MfS jedoch gefährlichen Meinungen genügte, um die Verfolgung eines Menschen einzuleiten. Die Vermutung, dass die Folgen des Unrechtssystems für die Opfer über das Geplante hinausgingen, konnte empirisch belegt werden. Zahlreiche Berufsverbote und Verhaftungen wurden nachgewiesen, die das weitere Leben der Opfer von SED- und Stasi-Willkür geprägt haben.13 Im deutschen Sport gilt im­merhin als Voraussetzung für Anstellungen in Spitzenpositionen wie etwa Bundestrainer: Sie dürfen nicht im Dopingbereich oder für das MfS aktiv geworden sein. Da Verstrickungen immer wieder nur zufällig aufscheinen, hat Verf. zuletzt in einer "Berliner Erklärung" gefordert, Stasi-Belastung im Sport analog zur ARD-Studie zu erforschen.14 Nachdem im Wahlkampf SPD, CDU, FDP und Grüne übereinstimmend eine freiwillige Überprüfung des nächsten Deutschen Bundestages auf Stasi-Mitarbeit als "Akt politischer Sauberkeit" gefordert haben, ist auch hier Unterstützung zu erwarten.15

Zu der konspirativen Arbeit des MfS kam ein weiteres sportfremdes Element: Die Basis der Kontrolle war eindeutig die Disziplinierung durch Funktionäre und Gremien der SED, die auf allen Ebenen Einfluss nahmen. Zum Aspekt der politischen Steuerung dieses Systems hat An­dreas Ritter eine Dissertation vorgelegt. Demnach kann nun eindeutig als belegt gelten, dass der Hochleistungssport an den offiziellen Strukturen vorbei durch eine geheime Einrichtung des SED-Zentralkomitees geleitet wurde: die "Leistungssportkommission der DDR" (RITTER 2003). Diese "LSK der DDR" konnte als Nachbildung des Politbüro-Modells und aufgrund ihrer hohen Anbindung im Sinne der SED-Diktatur und ihrer konspirierten Arbeit nahezu beliebig agieren. Die Leistungs­sportkommission war von jeder Kontrolle sportlicher, gesellschaftlicher oder staatlicher Instanzen befreit.16 Ihre Mitglieder mussten (außer in den Dopingprozessen) über ihr Wirken außerhalb von SED-Instanzen niemals Rechenschaft ablegen.

Im Ergebnis haben Vereinseitigung und Verberuf­lichung sowie politische und geheimpolizeiliche Durch­herrschung zu einer kaum mit anderen DDR-Subsystemen vergleichbaren Nivellierung, ja Gleichschaltung geführt. Dies mag auch erklären, warum bei den großen Wendepunkten der DDR-Geschichte, dem 17. Juni, dem 13. August, Prag, der Biermann-Ausweisung, den Montags-Demonstrationen und der Maueröffnung, der Hochleis­tungs­sport keinerlei wahrnehmbare Rolle spielte.17 Im Gegenteil: Die DDR-Fußball-Nationalmannschaft posierte in den Tagen nach dem 13. August 1961 mit Maschinenpistole am Mann an der "Mauer" und pries sich für den Beitrag zum Schutz des Schutzwalls.


Geheimgehaltene Risikomethoden und Dopingstrukturen im DDR-Sport

Geheimgehaltene Risikomethoden im Training wurden nur in Ausnahmefällen mit Aktiven besprochen – Ärzte und Psychologen brachen in der Regel das Patientengeheimnis und diskutierten den "Fall" mit Trainern und Funktionären, nicht etwa mit dem Aktiven und dessen Eltern. Resultierende Schäden wurden nach Möglichkeit vertuscht, was durch die Unwissenheit der SportlerInnen die Wahrscheinlichkeit von Folgeschäden erhöhte. Stichproben zeigen, dass bei Invalidisierungen die "magische" Grenze von 20% fast nie überstiegen wurde ("Schwer­behin­derung"). Die offiziell beurkundeten Schäden waren fast immer bedeutend niedriger als zunächst angegeben: Beispielsweise wurden bei einer Werferin nach der Untersuchung im amtlichen Protokoll 50% Schaden angegeben und mit Dienstsiegel beurkundet. Derselbe Arzt trug dann in das Formular für die Sportlerin nur noch 20% Schädigung ein.18

Doping-Mittel und Methoden wurden verharmlosend als "Unterstützende Mittel" bezeichnet. Die umfangreiche Palette reichte von "klassischen" Aufputschmitteln über die massenhaft missbrauchten Anabolika (jährlich rund 10 Kilogramm oder 2 Millionen Tabletten) zu ethisch ebenfalls abzulehnenden Hirn- und Peptid-Hormonen sowie dem Blutdoping und der Nutzung von Wachstumshormonen. 1983 fand der erste Einsatz von Wachstumshormon statt – ohne Wissen des Opfers, eines führenden Radsportlers. Regelrechte (selbstredend von keiner Ethikkommission genehmigten) Menschenversuche begleiteten die "zentralen Planungen" dieses hochkriminellen Segmentes im DDR-Sport. Klein war die Gruppe der Täter jedoch nicht: Jährlich waren mindestens 1500 Personen (meist Männer) an "Forschung" und "Anwendung" im Dopingbereich beteiligt, zum Teil in Überschneidung mit Separatinteressen des terroristischen Geheimdienstes, der für die eigene Sportorganisation bessere Dopingpraktiken entwickeln wollte, um die zivile und militärische nationale Konkurrenz der DTSB-Clubs und der Armeesportverei­nigung "Vorwärts" zu übertrumpfen. Derselbe Mechanismus wirkte im  Fußball. Über Doping hinaus gab es eine weitere spezifische Form von Sportbetrug: verdeckte Ma­ni­pulation von Schiedsrichtern zugunsten des Fußballclub "Dynamo" Berlin (BFC). Durch brutale Beeinflussung der Presse wurde die Aufdeckung verhindert (vgl. zuerst SPITZER 1997 und 2004 sowie LESKE 2004).

Verschiedene Krisensymptome verdeutlichen, wie nach­­rangig im DDR-"Sport­experiment" Athletinnen und Athleten als die primären Produzenten sportlicher Leistung zunehmend geworden sind. Die Dopingpraktiken haben hier spezifische Veränderungen bewirkt. DDR-Verantwortliche haben die sportliche "Performance" ihrer Stars seinerzeit zunehmend auf den Dopinganteil reduziert, wie der abfällige zeitgenössische Ausdruck von den "Weibermedaillen" belegen kann.19 Der gegenge­schlecht­liche Eingriff in Persönlichkeit und hormonelle Regel­kreisläufe der Frau bzw. des Mädchens ist Symbol für den Missbrauch der Schutzbefohlenen in den Jahren 1968-1990. Vor Gericht hat beispielsweise die Leipziger Ärztin Dr. med. Gudrun Fröhner vorgetragen, an zehn- bis zwölfjährige "Turnerinnen" Oralturinabol® vergeben zu haben – als Mittel der Therapie. Im Urteil stimmte das Gericht Verf. zu, dass diese Praktiken auch als Doping verstanden werden könnten.

Mit dem Doping ist zum einen die Frage nach dem tatsächlichen Nutzen verbunden. Wissenschaftshistorisch ist es hingegen wie der Aspekt der inhumanen Herr­schafts­politik ein Thema, das häufig gemieden wird. Die anspruchsvolle Darstellung von Hans Joachim Teichler und Klaus Reinartz (1999) steht hier trotz des Titels "Das Leistungs­sportsystem der DDR in den 80er Jahren und im Prozess der Wende" nicht auf der Höhe des Forschungsstandes. So gibt sie den Gegnern einer Aufarbeitung die willkommene Gelegenheit zur Verharmlosung, was uns zur Diskussion des Exempels anregt.

Im Abschnitt zur theoretischen Interpretation wird von H. J. Teichler zwar bemerkt, dass Brigitte Berendonk und Werner W. Franke davon ausgingen, DDR-Medaillen seien durch Doping gewonnen worden.20 Diesen drei Zeilen über profilierte Dopingkritiker steht ein langes Zitat des FKS-Professors Alfons Lehnert gegenüber. Lehnert wird von Teichler als DDR-"Doping­experte" apostrophiert. Der zitierte Ausschnitt aus dieser 1989 entstandenen Quelle begründet die Leistungsstärke des DDR-Sports nicht durch das Doping.21 Eine Überprüfung dieser Quelle durch Verf. belegt das Gegenteil: Nur fünf Absätze später setzt sich Lehnert ausführlich mit Betrugsmög­lichkeiten durch Dopingmittel und noch nicht verbotene Präparate und Methoden auseinander. Mit der Wahl ausgerechnet der ersten, das Doping auslassenden Passage beleuchtet Teichler die zentrale Bedeutung des Sportbetrugs im Sachstandsbericht des "Dopingexperten" Leh­nert also gerade nicht. Zur Richtigstellung sollen die relevanten Textstellen hier wiedergegeben werden:
"Mit Nachdruck wies L. [Lehnert] darauf hin, dass es primäres Anliegen der Sportärzte und Trainer sein muss, in der praktischen Anwendung von unterstützenden Mitteln [...] keinen Fehler unterlaufen zu lassen. Dies ist auch eine politische Aufgabe. Lieber Startverbot oder Niederlage im Wett­kampf als einen positiven Nachweis von u. M. bei einem DDR-Sportler!

Da die Epoche der anabolen Steroide vorbei ist, müssen andere unterstützende Mittel gefunden werden. [...] Es ist die AR 2 [Arbeitsrichtung] – Forschungen zum Zentralnervensystem und dessen Stoffwechsel, Erforschung psychogener Substanzen –, von der L. erwartet, dass sie um die Jahrtausendwende [!] jene Erfolge dem ­DDR-Leistungssport bringt, die für seine Spitzenstellung notwendig sind. Die psychogenen Substanzen stehen nicht auf der Dopingliste und sind mit den gegenwärtigen Kon­troll­verfahren nicht nachweisbar.

Die AR 1 [Arbeitsrichtung] befasst sich mit dem Austausch der Anabolika, deren Einsatz nicht mehr möglich ist, da ab Herbst 1989 mit Kontrollen, z. B. in der LA [Leichtathletik], dem Rudern, dem Eisschnelllauf, innerhalb von 24 Stunden gerechnet werden muss. [...]

Ein weiteres Problem wird akut. Bei der Prüfung neuer Medikamente ist die Genehmigung des Gesundheitsmi­nisteriums notwendig [...] Daraus ergeben sich für die leistungssportliche Forschung juristische Frage­stel­lun­gen [...]."22
Das vollständige Zitat zeigt, dass Teichlers gekürzte Fassung den Sachverhalt umkehrt.23 Dadurch hat er letzt­lich das Dopingproblem verharmlost.24

Wie in der Quelle schon anklang, war das Doping keine private Initiative. Es fand unter Aufsicht des staatlichen "Sportmedizinischen Dienstes der DDR", mit Wissen z. B. Erich Honeckers oder des Sport-Staatssekretärs Prof. Günter Erbach statt, genauso aber im Medizinbereich von NVA und MfS sowie der Gesellschaft für Sport und Technik. Die Leitung hatte jedoch das vermutlich am stärksten nationalsozialistisch belastete DDR-Regierungs-Mitglied: Manfred Ewald. Er wurde 1952 der erste Sport-Staatsekretär und später DTSB-Präsident. Ewald verantwortete die "zentralen Maßnahmen" – allein schon ein Unwort, das an die "LTI", die Sprache des "Dritten Reiches", erinnert.25

Seit 1972 wurden nach diesen zentralen Plänen jährlich 2.000 Sportlerinnen und Sportler gedopt, in überwiegender Mehrzahl ohne ihr Wissen oder ihre rechtliche Mitwirkung. Die Gesamtzahl ist nach meiner Schätzung mit 10.000 Opfern solcher Angriffe auf die Gesundheit anzusetzen. Durch Forschungen wie Gerichte können mitt­­lerweile körperliche Störungen durch Dopingmittel belegt werden. Bei rund 500 offiziell gedopten DDR-Aktiven sind Folgen wie Herzmuskel- oder Leberschäden, Krebs­er­krankungen und hohe Frühsterb­lichkeit zu erwarten. Nebenwirkungen auf die Keimbahn mit der Folge von Behinderungen der Kinder dürften über dem Bevölke­rungsschnitt gelegen haben, unabhängig vom Ausmaß des Anabolika-Abusus: Die sind Schädigungen des Genotyps durch Dopingmittel.26 Eine der auf Doping-Körperschäden untersuchten neun Zeuginnen im "Dynamo"-Prozess ist bereits an einem Lebertumor erkrankt, der ohne gerichtliche Untersuchung unerkannt geblieben wäre. (Bei Weiterwachsen und Treffen auf ein Blutgefäss ist das Leben des Opfers der infamen Trainings-"Maßnahme" des konspirativen Zwangsdopings gefährdet). Etwa 25 % der Anabolika waren Experimentalsubstanzen, die letzt­lich erst durch Rentenanträge auf Nebenwirkungen geprüft werden – die Folgen waren bis zum Ende der DDR unbekannt, da diese Steroidsubstanzen nie entsprechend getestet oder zugelassen wurden. Nach offiziellen, aber selbstredend geheim gehaltenen DDR-Forschungen hat genau ein Drittel der Frauen und Mädchen schwerwiegende gynäkologische Schäden erlitten. Gespräche mit zahlreichen ehemaligen Athletinnen ergaben hingegen fast in jedem Fall solche Schäden. Wenn man das olympische Paradigma citius – altius – fortius auf dieses menschenverachtende Doping-System anwendet, kann pointierend gesagt werden: Es wurde (besonders bei Mädchen und Frauen) mehr, länger und früher gedopt als in jedem anderen Staat. Der Vorsprung an Wissen und den verwendeten Präparaten betrug etwa 15 Jahre.


Entmündigung als Prinzip: Arbeitsbedingungen der Athleten und des Umfeldes

Kritik der Athleten war im Allgemeinen nur innerhalb enger Grenzen möglich. Da die Trainer-Gehälter direkt mit dem Sporterfolg der Betreuten zusammenhingen, wur­de tendenziell gegen deren Interessen entschieden, was am leichtesten ging, indem man den Aktiven belog. Es fällt auf, dass sich aufgrund dieser ethischen Problematik viele Ärzte und Trainer dem System entzogen – dies war nur möglich, wenn sie die Arbeitsstelle wechselten. Ihre Entscheidung war ehrenhaft und zeugt von Bürgermut.

Insoweit Trainer und Ärzte über den schlechten Gesundheitszustand von Sportlern informiert waren, haben sie zumindest bis 1990 ethisch inakzeptabel gehandelt. Es sind nur ganz vereinzelte Fälle bekannt, wo dieser Per­sonenkreis versucht hat, Schützlinge zumindest zu informieren; sie stellen Ausnahmen dar, die sie ethisch von der Masse der Bedenkenlosen abhebt. Offiziell wurde die Entlassung aus dem Berufs-Sport fast immer aus humanitären, präventiv-medizinischen Gründen vorgenommen: Es wurde den Aktiven vorgespiegelt, nach "ehrenhafter Erfüllung" des "Leistungsauftrages" sei das Aufhören mit Hochleistungstraining nun angezeigt. Damit solle verhindert werden, dass überhaupt erst ein Schaden entstehen könne. In Wirklichkeit waren die Gründe entweder ungenügende politische Anpassung an die Normen der DDR-Diktatur, beispielsweise Beziehungen zu einer christlichen Glaubensgemeinschaft, oder gar nur Freunde mit Kirchenbekenntnis sowie vermutete "Westkontakte" (in erster Linie mit der Bundesrepublik).

Wie schon angedeutet, hatten Sport-Ärzte wie -Psychologen die Pflicht, dem Athleten jedoch nur beruhigende Auskünfte zu erteilen. Diese intime Entmündigung wurde durch das Verbot der freien Arztwahl im Sport ergänzt. Fiel hingegen auf, dass jemand – typischerweise Mädchen mit Gesundheitsschäden – sich Medizinern des "normalen" Gesundheitswesens anvertrauten, war der Aus­­schluss aus dem Sport die Folge, und die Ärzte mussten dem MfS "Schweigerklärungen" unterschreiben. Da­mals wie heute ist wichtig, dass dadurch elementare Für­sorgeinteressen missachtet, ja pervertiert wurden. Athleten verließen unter Vorspiegelung falscher, harmloser Diagnosen den Sport. Sie wissen daher bis heute nichts über Schäden und Gefahren, die sich beispielsweise aus dem ohne Einwilligung und rechtliche Mitwirkung statt­gefun­denen konspirativen Zwangsdoping in den Förderstufen 2 und 3 ergeben. Gleiches gilt für die durch Men­schenexperimente bzw. geheimzuhaltende Risikometho­den ver­ur­sachten Schäden. Mündigkeit als Ziel heutiger Pädagogik war gerade im fremdbestimmenden DDR-Sport kontraproduktiv: Sie hätte die zahlreichen Manipulationen und die extremen Belastungen im Training unmöglich gemacht.

Den Konflikt der Pädagogen im System illustriert die Integration von Dopingmitteln bei ihren Schülern an der Kinder- und Jugendsportschule. Auch hier bestand nur die Alternative, die KJS zu verlassen, wenn die Lehrer damit nicht einverstanden waren. Leider war ein erheblicher Anteil der Lehrer und Vertrauenslehrer Stasi-verstrickt und verfehlte seine Rolle als Erzieher im Interesse der Kinder. Die KJS haben m. E. nur in einem Aspekt Interessen der Erziehung wahren können: Bis 1989 gelang es, das Einstiegsalter der Mehrzahl der Selektierten aus erzieherischen Gründen über 10 Jahre zu halten (vgl. TEICHLER / REINARTZ 1999). Insiderberichte der Zeitgenossen zeigen jedoch, dass auch hier der Akzent verschoben war: Die Kasernierung und Segregierung der Spitzensportler ging mit einem Bedeutungsverlust des Unterrichts einher. Die Leistungen waren auf dem Papier sehr gut, blieben aber hinter denen der Gleichaltrigen zurück, was immer dann deutlich wurde, wenn Ehemalige Tätigkeiten außerhalb des Sports aufnahmen. Aber der Schein musste gewahrt werden: Im System sind Fälle bekannt, wo ein Doktortitel mit Unterstützung des Staatssicherheitsdienstes erworben wurde.


Schluss

In der Verkürzung mag manches holzschnittartig erscheinen, aber es ergibt sich nun einmal kein günstigeres Bild der Strukturen, selbst wenn einzelne erfolgreiche Leis­tungssportler ihre Zeit in Sportclub und KJS positiv in Erinnerung haben. Es herrschte auf allen Ebenen härteste Konkurrenz; Disziplinierung war Grundlage des Zusammenlebens der "Kader" in der "Trainingsgruppe" – Kooperation mit mündigen Athleten war systemwidrig. Kein Vorbild also für moderne Sportkonzepte in pluralistischen Gesellschaften.

Ehemals Verantwortung Tragende wie Staatssekretär Erbach haben immer ein Zerrbild gezeichnet und tun es heute noch: Man habe in "ehrlicher" "Kameradschaft" (!) zusammen gearbeitet, immer von hohem Ethos und Verantwortung getragen. Die Stasi habe nur Angriffe der Abwerber aus dem Westen abgewehrt und habe niemandem geschadet; Berichte ihrer Agenten seien frei erfunden. Die Sport-Medizin sei hervorragend und immer am Interesse des Athleten orientiert gewesen, niemand habe Schäden erleiden müssen, und: Doping habe es nicht gegeben (wenn, dann nur vereinzelt von Unverantwortlichen und gegen Weisungen), man habe nur Eiweiß, Mine­ralstoffe und Vitamine vergeben.27 Weiter wird von Anhängern des Systems immer die angebliche Effektivität betont: Weniger als 1 Milliarde DDR-Mark (nach Kaufkraft damals 125 Millionen €) habe man für Sportför­derung ausgegeben und als kleines Land alle sportlichen Ziele erreicht.

All das stimmt leider nicht: 1984, 1988 und 1992 plante man Platz 1 in der Medaillenliste für Olympische Spiele. Das Ziel erreichte man nie, denn nur jede dritte "geplante" Medaille wurde tatsächlich errungen – so gesehen hat das System nach der Dopinghochblüte von 1968, 1972 und 1976 zunehmend versagt! Die Öffentlichkeit sah es damals wie heute nicht, da die tatsächliche Platzierung nun einmal nicht schlecht war und die wahren Weltherrschaftsträume im Sport ein wohl gehütetes Geheimnis waren.

Auch über die Effektivität des Systems kann man trefflich streiten: Der nahezu unglaubliche materielle Auf­wand hat die Medaillen sehr teuer werden lassen. Die Abbrecher aus medizinischen oder politischen Gründen sind bislang in keine Statistik eingegangen; Ausscheidende wurden nicht betreut – wer zahlte die Renten oder Sozialkosten? Die zwei Millionen DM des Dopingopfer-Hilfe-Gesetzes hat nicht das Staatssekretariat für Körperkultur und Sport beim Ministerrat der DDR finanziert, sondern die Solidargemeinschaft heute.

Die selbstbestimmte Entscheidung, sich den eigenen Weg zu suchen, war im DDR-System so nicht möglich: Man musste die Talente möglichst früh in die Sport-Maschine einbauen, um gegenüber anderen Nationen den nötigen Vorlauf zu haben (und die Kinder beliebig formen zu können! Sog. "Nachgesichtete" hatten bereits eine stärkere Persönlichkeit). Die Auswahl erfolgte deshalb meist, noch bevor sich ein gefestigtes Sportinteresse herausgebildet hatte! Das Negativ-Modell der DDR schuf auf diese Weise den in höchstem Ausmaß entfremdeten Sport­lertyp, der sich als Aktiver über übliche sportliche Sachzwänge hinaus politisch-kulturell einordnete (in meiner Sicht im Sinne einer Entmündigung) und nach Karriereende bei bestehendem politischen Wohlverhalten in den Sportapparat einsteigen konnte. Aufgrund der vielen politischen Anforderungen wurden die Akteure in ethischer wie strafrechtlicher Hinsicht in erheblichem Ausmaß korrumpiert. Das Bild vom Sport wurde zum Profitorien­tierten und zur staatlichen Alimentierung ohne Kosten-Nutzen-Analyse hin verschoben – schlechte Startchancen für vereinsorganisierten Sport nach 1989!

Der Aufbau eines Apparats von fast 15.000 hauptamtlichen Betreuern im Hochleistungssport  sowie eines Netz staatlich finanzierter Spezial-Schulen und von fast 2.000 Sportzentren ist nur in einer Diktatur durchsetzbar gewesen. In einer Demokratie wäre dies angesichts der Vielzahl anderer gesellschaftlicher Aufgaben kaum möglich. Die Analyse hat gezeigt: Doping, SED und Stasi haben das System inkompatibel mit Menschenrechten und Demokratie gemacht. Ohne die beschriebenen ethisch negativen Elemente ist das Modell nicht mehr funktionsfähig. Das Zerrbild von Hochleistungssport, das die politische Funk­tionalisierung in der DDR hervorgebracht hatte, ist nicht im guten Sinne nachhaltig, höchstens im devianten.28

Giselher Spitzer
, Privatdozent Dr. paed. habil., geboren 1952 in Kiel, lebt und arbeitet als Sporthistoriker und -soziologe in Berlin. 2003 verlieh ihm der Dopingopfer-Hilfe-Verein die Heidi-Krieger-Plakette für hervorragende Verdienste bei der Unterstützung von dopinggeschä­digten Sportlern und der Verhinderung von Doping im Sport.

1     Die Argumentationsmuster sind nachzulesen in Buss / Gülden­pfen­nig / Krüger (1999) sowie in zahlreichen einschlägigen Artikeln in "ND" und "junge Welt" und Wonneberger et al. (2002).
2     Willi Ph. Knecht (2003) gab in dem Beitrag "Nutznießer des Dopingopfer-Hilfegesetzes" u.a. angeblich vertrauliche Gutachten über ein Opfer-Projekt von Verf. wörtlich wieder. Knecht behauptete, der langjährige Leiter des DDR-Büros zur Förderung des Sports, Dr. Christian Op­pel, habe nach der Wende "sämtliche Ak­ten [...] an seinen Nachfol­ger Dr. Sven Baumgarten, seit längerem Verant­wortlicher für Förderung/Projektmanagement bei der Stiftung Deutsche Sporthilfe" übergeben: "Die Doku­mente des Büros nennen praktisch alle Namen der Leistungskader des DDR-Sports. Eine Ge­genüberstellung der Namensliste der Anwärter auf Doping-Opfer-Hilfe würde höchstwahr­scheinlich zu manch neuen Erkenntnissen füh­ren." (S. 560). Hingegen ergab Anfrage bei der DSH am 26. 11. 2003 das genaue Gegenteil. Gerd Klein, Geschäftsführer der Stiftung, teilte Verf. am 15. 12. 2003 mit "Unser Haus verfügt über kein Datenmaterial aus der Zeit vor 1989. Sollte dies behauptet worden sein, so möchte ich feststellen, dass dies nicht den Gegebenheiten entspricht." Hatte Knecht seinen tendenziösen "Kommentar" so beendet (S. 561): "Weit über die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs hinaus geht es längst für viele Nutznießer in der Tat um "unterstützende Mittel"", mag er das als Pointe empfunden haben. Nach persönlicher Überzeugung von Verf., dem viele Opfer und deren Schäden bekannt sind, ist eine solche Formulierung als geschmacklos zu bewerten.
3     In: BUSS / BECKER 2001.
4     Bekannt durch die Berliner Strafprozesse wegen Körperverletzung durch DDR-Staatsdoping wurde Dr. med. Manfred Höppner .
5     Einen Einstieg kann die Kontroverse der Autorengruppe um PD Dr. Sven GÜLDENPFENNIG (Buss / Gülden­pfen­nig / Krüger 1999) mit RITTER (1999) und SPITZER (1999) sowie die Einleitungen in BUSS / BECKER (1999) bieten. Offensichtlich von anderen Motiven getragene Schmähkritik sei hier nicht berücksichtigt; trotzdem sei auf das bereits zitierte merkwürdige Elaborat von Willi P. Knecht (2003) hingewiesen, weil es immerhin das seriöse Journal "Deutschlandarchiv" erreicht hat – uns dient es als Beleg für Akzeptanz dieser Ansätze.
6     Vgl. dazu Spitzer 1994 sowie Einleitung in Spitzer 1998, 3. Aufl. 2004.
7     Hierauf geht die Verleihung der Heidi-Krieger-Plakette durch den Dopingopfer-Hilfeverein zurück. Mich hat besonders gefreut, dass dabei auch Vertreter der Geschädigten ihren persönlichen Dank abstatteten. – Im Sinne der Verbreitung der Forschungsergebnisse gehören dazu auch zahlreiche Vorträge in der Erwachsenenbildung oder in Bildungseinrichtungen sowie in den Außenstellen der BStU.
8     Vgl. beispielsweise PEIFFER / FINK 2003, S. 33. Der Titel der so eingeleiteten Bibliographie "Zum aktuellen Forschungsstand der Geschichte und Körperkultur in der DDR" verweist offensichtlich auf Kontinuität und fehlende Distanz zum Untersuchungsgegenstand – die Sammlung ist nämlich 2004 in Köln (und nicht etwa 1984 in Ost-Berlin) erschienen.
9     Vgl. hierzu allgemein die theoriebildenden Studien Baur / Spitzer / Telschow (1997) und unter der Fragestellung Sportwissenschaft Spitzer (1997 – Leistungssportforschung).  
10     Vgl. SPITZER 2005 (FAZ).
11     SPITZER 1997.
12     DDR-Trainer, Ärzte und Funktionäre haben vor 1898 deutlich mehr als gleich qualifizierte Akademiker oder Lehrer verdient - aufgrund der Prämien und geldwerten Leistungen sowie Bevorzugungen bei Investitionsgütern, Wohnungszuteilung, Haus- oder Grundstückskauf oder Waren des gehobenen Bedarfs und des Zugangs zu Westgeld.
13     Vgl. SPITZER 2005, im Druck; ein ausführlicher Dokumententeil gibt dem Leser die Möglichkeit, sich durch eigene Interpretation mit der Problematik mit dieser Phase deutscher Geschichte auseinandersetzen.
14     Vgl. Dokument. Die Chancen sind gut, so hat als erster Sportverband das NOK für Deutschland Verf. mitgeteilt, sich an einer Finanzierung zu beteiligen.
15     Die Initiative ging  von der innenpolitischen Sprecherin der Grünen aus, Silke Stokar, am Jahrestag zum 24. August 1990, an dem die frei gewählte Volkskammer einstimmig forderte, die Stasi-Unterlagen aufzubewahren und der Forschung zugänglich zu machen.
16 Ritter (2003) zeichnet die faszinierende Geschichte eines Strukturwandels nach, der durch die Auflösung der alten Leistungssportkommission des DTSB und die eigenmächtig vorgenommene Konstituierung einer "LSK der DDR"  oberhalb des DTSB möglich wurde. Er konnte nachweisen, dass Ewald diesen SED-internen Wandel ohne jede Legitimierung durch Politbüro oder ZK-Sekretariat durchsetzte. Ritter beschrieb den "Umsteuerungsprozess" der Jahre seit 1967 damit überzeugend als eine von Ewald ausgehende Initiative, die – sicherlich ein rarer Vorgang in der Diktatur – erst rückwirkend von der SED-Spitze sanktioniert bzw. anerkannt wurde. Nach Ritter ist dieser komplizierte Prozess als endgültiger Bruch mit den alten Leitungsmodellen einzuschätzen, nach denen Walter Ulbricht auf diktatorische Art Weisungen erteilte, denen das Sportsystem zu folgen hatte. Neben dieser entscheidenden Umstrukturierung der Leitung durch SED-Mitglieder, an den offiziellen Strukturen vorbei, konnten die vielen mit DDR-Normen unvereinbaren Strukturen eingeführt und optimiert werden. Ritter fand auch heraus, dass die 1969 eingeführte Fixierung auf sog. "medaillenintensive" Sportdisziplinen (so wurde das Schwimmen weiter "besonders gefördert", da ein Team dort viele Medaillen erringen konnte. Wasserball verfiel hingegen der Bedeutungslosigkeit, da die Mannschaft es höchstens zu einer Medaille bringen konnte) auf eine Einschätzung Manfred Ewalds vom Januar 1967 zurückging. Diese jeder deutschen sportlichen Tradition widersprechende ökonomische Konzentration war zusammen mit dem industriellen Doping eine Voraussetzung des Erfolgs.
17     Vgl. SPITZER, G.: im Druck.
18     Juristisch dürften Taten dieser Art verjährt sein. Auch den Verlust der Approbation hat der Arzt deswegen nicht mehr zu befürchten. Das Opfer wiederum hat in diesem Fall keine Chance, die entgangenen Rentenansprüche einzuklagen. In der Mehrzahl der Fälle haben die SportlerInnen sich auf die offiziellen Angaben verlassen und kennen bis heute nicht die wahren Einstufungen.
19     Z. B. im Zeitzeugengespräch mit einem DTSB-Abteilungsleiter über Mentalitäten im DTSB-Sekretariat, 1995.
20     So Teichlers Resümee in: Teichler / Reinartz (1999), S. 597; dort findet sich der Verweis auf Berendonk / Franke in: HArtmann (1997). Verf. hat den beiden Heidelberger Anti-Doping-Vorkämpfern für Hilfe Dank abzustatten.
21     Teichler, ebd.; die Studie des Verf. (Doping in der DDR) wird von den beiden Autoren im Literaturverzeichnis aufgeführt (ebd., S. 617), sie wird für die historische Einordnung des Phänomens allerdings nicht herangezogen.
22     Oltn. Hecker: "Bericht über ein Gespräch am 30. 8. 1989 mit Prof. Dr. Lehnert, Alfons Spitzen­geheimnis­träger Themenleiter am FKS (erf. Lpz. XX/3)". In: BStU ZA MfS unerschlossene Bestände HA XX / 3, BV für Staatssicherheit [Leipzig], Abteilung XX / 3 vom 2. 9. 1989, 3 S. (Kursive Hervorhebung von Verf.). Das die Wichtigkeit des Dopings beeindruckend betonende Dokument wurde ohne Kürzung bereits vor Veröffentlichung des Berichtes von Teichler / Reinartz (1999) dokumentiert: Spitzer 1998 / 2000, S. 207-208.
23     Auch an anderer Stelle wird relativiert: "Die Wirkung des Dopings auf die Leistung von Sportlern und vor allem Sportlerinnen ist niemals genau zu belegen." Es "[...] erscheint [...]  plausibel, darin einen wesentlichen Grund für den überproportionalen Medaillenanteil der Mädchen und Frauen in der DDR-Mannschaft zu suchen." Siehe Teichler / Reinartz 1999, S. 298-299.
24     In einer journalistischen Besprechung zum Thema Doping wird die Tendenz der deutschen Sportwissenschaft beklagt: "Beim Thema Doping schaut die Sportwissenschaft gerne weg, daran hat sich auch im darauf folgenden Jahrzehnt bis auf wenige Ausnahmen nichts geändert. Mittlerweile hat sich eine Reihe Autoren und Forschergruppen im Auftrag des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) mit unterschiedlichen Phänomenen des DDR-Sports beschäftigt. Die hauptsächlich von westdeutschen Forschern erarbeiteten Ergebnisse liegen mittlerweile vor. Häufig sind sie äußerst irritierend. Bereits 1998, als der in Potsdam lehrende Professor Hans-Joachim Teichler über ›Das Leistungs­sportsystem der DDR in den 80er Jahren und im Prozess der Wende‹ (Hofmann-Verlag Schorndorf) berichtete, durfte man sich wundern. Bei der Analyse der DDR-Erfolge spielte Doping bei Teichler lediglich die Rolle einer Ursache unter vielen. ›Auch wir sind der Überzeugung, dass eine Überbetonung einzelner Erfolgselemente und monokausale Erklärungen [...] wenig Sinn machen‹, schrieb Teichler. Viel bedeutsamer sei ›die Beschleunigungsphase von 1969/70 mit der Verdoppelung der Mittel bei gleichzeitiger Reduzierung der besonders geförderten Sportarten‹. Dass in diesem Zeitraum Doping-Verbandskonzeptionen inklusive des Frauendopings aus der Taufe gehoben wurden und nur dadurch der Siegeszug des DDR-Sports in einer auffälligen Größenordnung ermöglicht wurde, wollen Forscher wie Teichler nicht wahrhaben." (Singler 2002.)
25     Details können nachgelesen werden. Wie vieles im DDR-Sport: "Sondermaßnahmen" waren beispielsweise Spritzen mit Reinhormon (Testosteron) für Mädchen und Frauen, "Sonderbeauftragte" kontrollierten die Olympiavorbereitungen.
26     Spitzer 1999, S. 27-46; 1998/2000, S. 416.
27     Anabolika sind als Hormone letztlich auch Eiweißstoffe.
28     Vgl. SPITZER 2002.


Literatur:
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Buss, W. / Gülden­pfen­nig, S. / Krüger, A.: Geschichts-, kultur-, sport(politik)- und wissenschafts-theoreti­sche Grundannahmen – sowie daraus resultierende Leit­fragen für die Forschung. In: Sozial- und Zeitgeschichte des Sports 13 (1999), 1, S. 65-74.

Buss, W. & Becker, C. (Hrsg.). Unter Mitarb. von E. Buggel, S. Güldenpfennig, A. Krüger, P. Kunath, L. Peiffer, G. & I. Wonneberger: Der Sport in der SBZ und frühen DDR: Genese – Strukturen – Bedingungen. (Schriftenreihe des Bundesinstituts für Sportwissenschaft, 109). Schorndorf: Hofmann 2001.

Hartmann, G. (Hrsg.): Goldkinder. Die DDR im Spiegel ihres Spitzensports. Forum Verlag: Leipzig 1997, 351 S., 2. Aufl. 1998.

KNECHT, Willi P.: "Nutznießer des Dopingopfer-Hilfegesetzes". In: Deutschlandarchiv. Zeitschrift für das vereinigte Deutschland. 36 (2003), H. 4, S. 559-561.

PEIFFER, Lorenz / FINK, Matthias: Zum aktuellen Forschungsstand der Geschichte und Körperkultur in der DDR. Köln 2003.

Ritter, A.: Wandlungen in der Steuerung des DDR-Hoch­leistungs­sports in den 1960er und 1970er Jahren. Potsdamer Studien zur Geschichte von Sport und Gesundheit; Bd. 1. [ISBN 3-935024-61-4] Universitäts­verlag: Potsdam 2003.
Singler, A.: Im Geiste der Täter. Sport­wissenschaftler spielen bei der Erforschung des DDR-Sports systematisch das Thema Doping herunter. In: Süddeutsche Zeitung vom 7. November 2002.

Spitzer, G. / Braun, Harald (Hrsg.) Der geteilte deutsche Sport. Berichte und Materialien des Bundesinstituts für Sportwissenschaft; Bd. 1997/3. Sport und Buch Strauß: Köln 1997.

Spitzer, G.: Doping in der DDR. Ein historischer Überblick zu einer konspirativen Praxis. Genese – Verantwortung – Gefahren. Wissenschaftliche Be­richte und Materialien des Bundesinstituts für Sportwissenschaft. 1998 Bd. 3. [ISBN 3-89001-315-5] Sport und Buch Strauß: Köln 1998, 434 S., 2. Auflage 2000, 3. Auflage 2004. = 1998/2000.

Spitzer, G.: Grundsatzpapier zur Entpolitisierung der Geschichte des DDR-Sports? Erwiderung auf W. Buss / S. Gülden­pfen­nig / A. Krüger. In: Sozial- und Zeitgeschichte des Sports 13 (1999), 2, S. 64-75.

Spitzer, Giselher: Fußball und Triathlon. Sportentwicklungen in der DDR. Meyer & Meyer : Aachen: 2004, 208 S. [3891248636].

Spitzer, Giselher: "Sicherungsvorgang Sport". Das Ministerium für Staatssicherheit und der DDR-Spitzensport. Schriftenreihe des Bundesinstituts für Sportwissenschaft Band 97. Hofmann : Schorndorf, 701 S. (Im Druck).
Spitzer, Giselher: Der Erfolgstrainer, die Lügen und die Ost-Nostalgie. Dieter Kollark hat für die Stasi als Spitzel gearbeitet und das Dopingsystem der DDR mitgetragen. In: FAZ vom 31. 8. 2005.

Spitzer, G. / Teichler, H. J. / Reinartz, K. (Hrsg.): s. Meyer & Meyer : Aachen 1998.
Teichler, H. J., Reinartz, K. u. Mitarbeit v. A. Delow, K. Haffner, D. Krüger, U. Wille: Das Leistungs­sportsystem der DDR in den 80er Jahren und im Prozess der Wende. Schriftenreihe des Bundesinstituts für Sportwissenschaft Band 96. Schorndorf 1999.

Wonneberger, G., Westphal, H., Oehmigen, G., Fiebelkorn, J., Simon, H. & Skorning, L.: Geschichte des DDR-Sports. Spotless: O.O. 2002.

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