Heft 52/2005 | themen | Seite 23 - 29
Stefan Wolle
Die Schaubühne als ideologische Anstalt
Vorgeschichte, Aufführung und Verbot der Komödie "Die Sorgen und die Macht" von Peter Hacks*
Vorspiel auf dem Theater
Am Anfang standen ein Wort des Genossen Walter Ulbricht, ein Leserbrief an das »Neue Deutschland« und ein Preisausschreiben des Henschel-Verlages.
»Denn wer die Macht hat, hat auch gewisse Sorgen« soll der Staatsratsvorsitzende und Erste Sekretär des ZK der SED gesagt haben.1 Dieses Zitat lieferte den Titel für das Stück, das später dem Genossen Ulbricht so wenig Freude machen sollte. Das zweite auslösende Element für die dichterischen Aktivitäten des erst 1955 aus der Bundesrepublik übergesiedelten Peter Hacks lieferte ein Beitrag aus dem »Neuen Deutschland«. Im Zentralorgan erschien am 26. Februar 1958 unter der Überschrift »SM-Öfen brauchen Qualitätsbriketts!« ein »Brief der Stahlwerker an Minister Goschütz«. Darin heißt es: »Wir Brandenburger Stahlwerker haben im vergangenen Jahr unseren Produktionsplan nicht erfüllen können. Eine wesentliche Ursache dafür war und ist der minderwertige Brennstoff, der uns hindert, einwandfreies Gas zur Beheizung der SM-Öfen zu gewinnen. Den Brennstoff – Braunkohlebriketts – erhalten wir vom Werk ›Sonne‹ Großräschen.«2 Die Brikettfabrik erfüllte also ihr Plansoll auf Kosten des Stahlwerks. »Haben demnach jene Leute recht, die da behaupten, die Planwirtschaft sei untauglich«, fragt der dem Leserbrief beigefügte Kommentar des »Neuen Deutschland« rhetorisch und verneint die Frage natürlich. Dennoch war der Widerspruch offenbar, und die Arbeiter spürten ihn ganz unmittelbar am Zahltag. Der Konflikt zwischen betrieblichem Eigeninteresse und dem übergreifenden Interesse der Volkswirtschaft bot Hacks den Stoff für ein Exposé, das er 1959 bei einem vom Henschel-Verlag ausgelobten Wettbewerb für junge Gegenwartsdramatik einreichte. Der Stückentwurf trug den vorläufigen Titel »Briketts« und den Untertitel »Historie«.
Im Jahre 1959 hatte die Partei auf der Ersten Bitterfelder Konferenz ihre Dichter aufgefordert, sich zu den werktätigen Klassen zu begeben. Im Produktionsalltag sollten sie sich Anregungen für ihr literarisches Schaffen holen. Doch nur wenige verspürten große Lust, sich auf den Bitterfelder Weg zu machen. Viele ahnten wohl, dass man sich dabei nur die Finger verbrennen würde. So wurde zwar viel über die Arbeiter und Bauern geredet, aber es entstanden nur wenige Werke, die wirklich in der Produktionssphäre angesiedelt waren. Peter Hacks gehörte zu den wenigen, welche die Forderungen der Partei ernst nahmen. Er ging unter die Arbeiter, wählte ein Thema aus dem Betriebsalltag, diskutierte seine Texte mit den Werktätigen und verarbeitete die Hinweise der führenden Klasse schöpferisch.
So entstand ein Stück, wie es sich die Parteiführung kaum schöner wünschen konnte. Den zeitgeschichtlichen Hintergrund bilden die Ereignisse in Ungarn im Oktober 1956. Die verschärfte internationale Lage verleiht den Auseinandersetzungen in der DDR-Industrie eine zusätzliche geschichtliche Dimension. Die Handlung des Stücks führt uns ins mitteldeutsche Braunkohlerevier. Das Brikettwerk VEB »Ernst Thälmann« erfüllt zwar die Planaufgaben vorbildlich, liefert aber dem VEB Hohlglas schlechte Briketts, so dass dieser die Pläne nicht erfüllen kann. Bei den Arbeitern der Brikettfabrik ist die Lohntüte gut gefüllt, bei den Arbeiterinnen der Glasfabrik gibt es Abzüge. Auf dem Tanzboden lernt Max Fidorra, einer der gut bezahlten Brikettarbeiter, die karg entlohnte Arbeiterin Hede Stoll aus dem Glaswerk kennen. Max setzt nun in seinem Betrieb die Verbesserung der Qualität durch und nimmt dafür Lohnverzicht in Kauf. Doch nun kehrt sich das Verhältnis zwischen ihm und seinem Mädchen Hede um. Sie verdient jetzt besser als Max, was ihn nicht nur persönlich wurmt. Auch unter den Kollegen erhebt sich Unmut. Wieder greift der anarchistische Selbsthelfer Max Fidorra ins Geschehen ein und tritt der Parteileitung zur Seite. Die höhere Qualität der Briketts soll durch verbesserte Technik und Organisation gewährleistet werden. Das Gemeinwohl siegt über den Betriebsegoismus, das Qualitätserzeugnis setzt sich gegen die Tonnenideologie durch, und auch die Liebenden kriegen sich.
Exposition und aufsteigende Handlung
Gustav von Wangenheim, eines der Mitglieder der Auswahlkommission des Henschel-Verlages, äußerte sich in einem Gutachten für Alfred Kurella über Hacks’ Entwurf:
»Nach einmaliger Lektüre des sofort weitergereichten Manuskripts ist mehr Eindruckskritik als wissenschaftliche Kritik möglich. Erste Reaktion: Instinktive Ablehnung, Ekel, Hass gegen Feindliches. [...] Das Ganze: Verschämt naturalistisch – politisch unverschämt. Brecht gegenüber wird kleinlaut episch heinermüllert, formal erhöht. [...] Die Wurzel: Positivistischer Revisionismus. Behaviorismus und Abhängigkeit von seinen Vertretern. [...] Hochmut gegenüber der Partei der Arbeiterklasse. Beleidigung der Arbeiterklasse. Unfähigkeit zur Differenzierung [...] Die Hacksschen Verhaltensweisen sind tierisch. In der Liebe, in der Arbeit, in allem Persönlichen und Gesellschaftlichen – Reduzierung des Sozialen auf das Biologische.«3
Trotz der Einwendungen von Wangenheims kam es zu einer Inszenierung des Deutschen Theaters, die am 11. September 1959 auf der Probebühne des Berliner Ensembles – das Deutsche Theater befand sich im Umbau – vor einem »geladenen Publikum« aufgeführt werden sollte. Wie es in einem Einladungsschreiben Kurellas hieß, sollte »die Entscheidung darüber, ob das sehr problematische Stück herausgebracht werden soll, [...] nach einer Vorstellung [...] vom eigens dazu geladenen Publikum gefällt werden.4 Zu den geladenen Gästen gehörten der Einladung zufolge »zahlreiche Mitglieder sozialistischer Brigaden mit Angehörigen aus Berlin und aus Braunkohlebetrieben des Bezirkes Halle sowie je ein Lehrgang der Parteihochschule und des Instituts für Gesellschaftswissenschaften sowie Funktionäre des Partei- und Staatsapparates.«5
Erhard Scherner, der persönliche Referent von Politbüromitglied Albert Norden, dem Chefagitator der SED, äußerte sich nach der Vorstellung recht differenziert: »Es ist ein wirkliches Gegenwartsstück – es gestaltet echte Probleme, Konflikte – es enthält gelungene, packende Szenen und Dialoge. Als besonders nützlich herausheben möchte ich z.B. das Reagieren auf die Ungarnereignisse. [...] Eine tragende Figur ist der Parteisekretär Kunze. Aber er ist so gezeichnet, dass man sich unwillkürlich fragt, wie solch ein Mensch eine solche Funktion ausüben kann [...].«6
Nach manchem Für und Wider kam Scherner zu dem Urteil: »Neben diesen Mängeln gibt es im Stück auch viel Positives, Gelungenes. Meiner persönlichen Meinung nach ist das Stück im Ganzen gesehen durchaus aufführbar, vorausgesetzt natürlich, dass es noch einmal überarbeitet wird.«7 In einem handschriftlichen Nachsatz schrieb Scherner: »Eine Aufnahme in den Spielplan würde unbedingt auch ermutigend für die Schaffung neuer sozialistischer Gegenwartsstücke wirken.«8
Eine überarbeitete zweite Fassung kam am 15. Mai 1960 im Theater der Bergarbeiter in Senftenberg zur Uraufführung, wurde jedoch nach wenigen Vorstellung wieder abgesetzt. Hacks erstellte eine dritte Fassung, die vom Deutschen Theater angenommen wurde.
Am 22. September 1962 fand eine Voraufführung statt, in dessen Ergebnis die Abteilung Kultur im ZK der SED ein entschieden zustimmendes Votum an Walter Ulbricht und Alfred Kurella schickte. Dort hieß es abschließend: »Die Inszenierung Wolfgang Langhoffs und die Darstellung des Ensembles des Deutschen Theaters sind parteilich. Nach unserer Meinung ist das Stück in der jetzigen Fassung geeignet, in jeder wichtigen Industriestadt der DDR aufgeführt zu werden. Die Diskussionen um dieses Stück können ähnlich mobilisierend wirken, wie die Schlussfolgerungen der Werktätigen aus Buch und Film ›Schlacht unterwegs‹ und die Auseinandersetzungen um die Gegenwartsdramatik beleben. Die Voraufführungen haben gezeigt, dass es bei den Funktionären der Partei und des FDGB unterschiedliche Auffassungen über das Stück gibt. Einige treten auf und fordern, dass das Stück abgesetzt werde, weil es angeblich die Rolle der Arbeiterklasse und der Partei falsch darstelle. Solche Funktionäre glauben offensichtlich, dass eine realistische Darstellung von Widersprüchen des Lebens der Politik der Partei schade. Wir halten solche Auffassungen für unbegründet und für unsere Kulturpolitik schädlich.«9
Am 2. Oktober 1962 erlebte das Stück mit Bärbel Bolle als Emma Holdefleiß und Otto Mellies als Max Fidorra schließlich seine Premiere.10 Die Premierenmeldung im ND ließ noch hoffen. »Die Besucher, unter ihnen der Kandidat des Politbüros Prof. Alfred Kurella, das Mitglied des ZK Prof. Hans Rodenberg und der Außenminister Dr. Lothar Bolz, spendeten herzlich Beifall«, schrieb das Zentralorgan im gewohnten Stil der Hofberichterstattung.11
Die Katastrophe
Zwei Tage nach der Premiere hörte sich das Urteil in der »Berliner Zeitung«, dem Organ der Bezirksleitung der SED von Groß-Berlin, ganz anders an. Die Rezension von Wolfgang Pollatschek war – jedenfalls nach DDR-Maßstäben – einer öffentlichen Hinrichtung. Wem die Verhältnisse vertraut waren, konnte unmöglich an ein subjektives Urteil eines einzelnen Theaterkritikers glauben, zumal es in der Rezension nicht um die ästhetische Qualität, sondern allein um Ideologie ging: »Arbeiterklasse und Partei sind so verzeichnet, dass man sich fragt, wie der Sozialismus eigentlich kommen soll? Als Geschenk des Himmels? Weil ein junger Mann verliebt ist? [...] Es wäre manches über die dramaturgischen Schwächen zu sagen. Sie hängen mit dem Wichtigsten, der ideologischen Schwäche zusammen, dem Mangel an Einsicht in unsere Wirklichkeit, der durch kabarettistische Einfälle nicht verhüllt werden kann.«12
Im allgemeinen war in der DDR in solchen Situation Abwarten geraten. Die Parteilinie wandelte sich oft so schnell, dass man mit der Umarbeitung neuer Stücke und Bücher kaum hinterherkam. Lauter Protest dagegen verschlimmerte die Situation oft überflüssigerweise. Doch nach der Premiere von »Die Sorgen und die Macht« geschah etwas Überraschendes. Zunächst richteten die Schauspieler des Deutschen Theaters und der Volksbühne, darunter sehr bekannte Namen, einen Brief mit der Bitte um Abdruck an den Direktor des Berliner Verlages, in dem die »Berliner Zeitung« verlegt wurde. In dem Protestschreiben solidarisierten sich die Schauspieler mit dem angegriffenen Regisseur Wolfgang Langhoff und erklärten ihrerseits den Kritiker der »BZ« für »untauglich«.13
Das war ein ungewöhnlicher Vorgang, der von dem Berliner SED-Chef Paul Verner umgehend Walter Ulbricht mitgeteilt wurde. Natürlich wurde das Schreiben der Schauspieler nicht in der Zeitung abgedruckt, sondern verschwand im Archiv, wo es die Zeiten überdauert hat. Offenbar hatte es in den Chefetagen des Zentralkomitees in diesen Tagen einen Stimmungsumschwung gegeben, dessen konkrete Ursachen damals so undurchschaubar waren, wie sie es heute nach dem Studium der Akten sind. Es gehörte allerdings zu den Eigenheiten des despotischen Regimes der SED, dass die Götter auf dem Olymp manchmal freundlich gesonnen waren und ein anderes Mal dem Sterblichen zürnten, ohne dass diesem die Ursachen des Gesinnungswandels einsichtig waren.
Dieselbe Abteilung Kultur im ZK der SED, die noch am 25. September 1962 das Stück gelobt hatte, verfasste am 13. Oktober 1962 eine Art Anklageschrift. »Hacks hat nicht verstanden«, hieß es jetzt, »dass der Weg zum Sozialismus ein hartnäckiger Kampf gegen jahrhundertealte Erziehung, gegen einen Berg von Schlacken in der Vorstellungswelt der Menschen ist. Und Hacks hat vor allem nicht verstanden, dass die Größe unserer Partei gerade darin besteht, dass sie diese Menschen, so wie sie die Vergangenheit geformt hat, veränderte und in die sozialistische Gesellschaft führte. Hacks und andere glauben, die Schwierigkeiten dieses komplizierten Prozesses hätten ihre Ursache in subjektiven Fehleinschätzungen einzelner Funktionäre und glauben, von der Bühne herab diese Fehler bekämpfen zu müssen.«14
Am 16. Oktober 1962 legte Willi Köhler, der Leiter der Kulturredaktion des »ND«, nach. Im Unterschied zu Pollatschek geizte er anfangs nicht mit Lobsprüchen für das Nachwuchstalent Hacks. Dann kam er zur Sache: »Aus dem Nichtbegreifen der unserer Entwicklung innewohnenden Dialektik ergibt sich auch das Missverstehen von der Rolle der Partei im Stück. Es ist durchaus verständlich, wenn viele Genossen darüber in Zorn geraten, welches Zerrbild einer Parteiorganisation hier dargestellt wird [...] und wie der Autor die Arbeiterklasse präsentiert.«15
In der Skala der politisch-ideologischen Warnsignale, die der Kundige wohl zu deuten wusste, bedeutete »Nichtverstehen der Rolle der Partei« die vorletzte Stufe vor der Konterrevolution und dem Ruf nach dem Staatsanwalt.
Doch nun geschah etwas Ungewöhnliches. Es setzte ein Sturm auf die Leserbriefspalten der sozialistischen Tagespresse ein, wobei aber auffällt, dass sich negative und positive Stimmen ungefähr die Wage hielten. Die ästhetische Diskussion über Hacks’ Theaterstück war parteiintern offenbar zum Kriegsschauplatz des Kampfes zwischen Dogmatikern und Reformisten geworden. Die Schauspielerin Steffi Spira schrieb: »Bei uns existiert eine schreckliche ›Sorge‹ um die Achtung vor der Partei der Arbeiterklasse [...] warum befürchtet man immer, dass die Zuschauer zum größten Teil Feinde unserer Ordnung wären [...]«.16 Auch Anna Seghers stellte sich schützend vor Peter Hacks und schrieb einen Brief an das »ND«. Er beginnt mit den Sätzen: »Die Woche sah ich das Theaterstück von Peter Hacks ›Die Sorgen und die Macht‹. Es gefiel mir gut.«
Ihr Leserbrief wird vom Chefredakteur postwendend an Siegfried Wagner, den Leiter der Abteilung Kultur im ZK der SED geschickt. Dieser gibt ihn noch am gleichen Tag weiter an Hermann Axen. Selbiger verfertigt ebenfalls am gleich Tag 26 Abschriften und schickt sie an die Mitglieder des Politbüros. In seinem Anschreiben empfiehlt er, die Genossen Kurella, Axen und Köhler zu beauftragen, mit Anna Seghers zu sprechen »und sie von der Unzweckmäßigkeit der Veröffentlichung dieser Stellungnahme zu überzeugen.«17 Dennoch erschien der Brief im Zentralorgan der SED.18
Am 26. Dezember 1962 bedankte sich Peter Hacks in einem persönlichen Brief bei Anna Seghers. Darin schreibt er: »Ich hörte, und mit Schrecken, dass von etlichen Freunden und Feinden des Sozialismus aus ›Die Sorgen und die Macht‹ gegensozialistische und gegenparteiliche Tendenzen herausgelesen worden sind. Das war mir nicht leicht erklärlich. Ich bin, wie Bessere als ich, unter kapitalistischen Umständen und durch dieselben Marxist geworden. Ich habe zu keiner Zeit aufgehört, solche politischen Ziele über persönliche und berufliche zu stellen, wie: Herstellung und Erhaltung sozialistischer Eigentumsverhältnisse. Unbedingte Treue zur Sowjetunion. Die Mauer (also die DDR als Staat). Konnte es sein, dass ich, so beschaffen, in einem Kunstwerk anderes gesagt habe?«19
Am 8. Januar 1963 fasste die Parteileitung des Deutschen Theaters nach einer zehnstündigen Diskussion, in welche die beiden Emissäre des ZK, Wagner und Grümmer, mehrmals eingreifen mussten, den Beschluss vorzuschlagen, »Die Sorgen und die Macht« vom Spielplan des DT abzusetzen. Das Stück erlebte 22 ausverkaufte und heftig bejubelte Vorstellungen. Der Zuspruch des Publikums resultierte wenigstens teilweise wohl aus dem einfachen Umkehrschluss, dass ein Stück, das der Partei missfiel, auch gut sein müsse.
Dem »Vorschlag« der Parteileitung stimmten bei der APO-Mitgliederversammlung am 11. Januar 1963 insgesamt 23 Genossen zu, 5 stimmten dagegen, vier enthielten sich der Stimme.20 Während der Versammlung wurde erstmals deutlich ausgesprochen, dass es nicht nur um das Stück, sondern auch um die Absetzung von Wolfgang Langhoff als Intendant des DT ging.
Zwischenspiel und Versuch einer Interpretation
Warum in aller Welt entfesselte die SED eine derartige Kampagne gegen ein Stück, das doch keineswegs den Sozialismus oder die DDR in Frage stellte? Die Spitzen und kleinen Unverschämtheiten, die Hacks so liebte, hätte man ohne weiteres wegstecken können. Auf dem »Sektor Humor und Satire«, also im Kabarett oder in der politischen Karikatur duldete man doch auch kleinere Frechheiten, forderte sie sogar, solange sie auf »Rückwärtsgewandtes« zielten. Warum wurden treue und lang gediente Kommunisten wie Wolfgang Langhoff öffentlich gedemütigt wie ungezogene Schulbuben? Hatte die Partei anderthalb Jahre nach dem Mauerbau und auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges keine anderen Sorgen?
Die Ulbricht-Führung befand sich Anfang der sechziger Jahre in einer merkwürdigen Zweifrontenlage. Die Monate nach dem Mauerbau hatten zunächst eine Verschärfung der Repression gebracht. Zeitweise wurde sogar eine Art Faustrecht propagiert. Angebliche Arbeiter schlugen auf der Straße Leute zusammen die »schief diskutierten«; FDJ-Trupps stiegen auf die Dächer und montierten die Antennen ab, die nach Westen ausgerichtet waren.
Doch auf die Dauer ließ sich – das wusste auch Ulbricht – ein moderner Industriestaat mit solchen Methoden nicht regieren. Die Gründe der Massenabwanderung vor dem 13. August hatten natürlich tiefer gelegen, als es die SED-Propaganda wahrzunehmen bereit war. Die Gesellschaft bedurfte einer gründlichen Reform, und die Ulbricht-Führung war entschlossen, diesen Weg einzuschlagen. Dabei spielten Signale aus Moskau eine wesentliche Rolle. Die Partei musste an den Schöpfergeist der Menschen appellieren und sie gleichzeitig in politischer Unmündigkeit halten. Sie wollte auf die Jugend setzen, auf Wissenschaft und technologischen Fortschritt, also auf die Intelligenz. Der Kampf der System würde sich angesichts der friedlichen Koexistenz auf ökonomischem Gebiet entscheiden.
Die »Kultur- und Geistesschaffenden« der DDR sollten diesen Prozess unterstützen, indem sie vorwärts weisende und optimistische Werke schufen, die auf ihre Weise zur Steigerung der Produktion beitrugen. Dafür war ein gewisses Maß an Kritik vonnöten. Doch sollten die Künstler keineswegs die Partei über den rechten Weg belehren wollen. Hacks rührte mit seinem Stück in gewollter oder tatsächlicher Naivität an einen heiklen Punkt. Sein Held Max Fidorra wird keineswegs von seinem ausgereiften sozialistischen Bewusstsein gelenkt und schon gar nicht von den Zehn Geboten der sozialistischen Moral, die seit 1959 mit großem Aufwand propagiert wurden. Er ist im Grunde ein Anarchist, der das Gute und Richtige um seiner selbst und seiner Liebe willen tut. Er stößt durch diese Lebenshaltung unweigerlich mit der Obrigkeit zusammen und setzt sich gegen sie durch. Er ist für den Sozialismus, aber gegen die Partei. Bei den notwendigen Korrekturen der wirtschaftlichen Abläufe führt der Einzelne, nicht die Partei. Der Sozialismus ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sozialismus. Wenigstens wird dies laut Hacks eines Tages so sein: »Nämlich Arbeitermacht, das wussten wir, kommt vor/Arbeiterglück. Glück hat Macht nötig./Und dem allein, der zäh zur Macht beiträgt,/Erwächst der Tag, wo Macht in Glück umschlägt.«21 Diese Dialektik reißt einen Widerspruch auf, der sich wie ein roter Faden durch das Stück zieht. Das kommunistische Ideal steht gegen die unvollkommene Realität, den »real existierenden Sozialismus« also, wie es seit Ende der sechziger Jahre in einer merkwürdig resignativen Formel hieß. Aufgehoben wird dieser Widerspruch im Stück von Hacks aber nicht durch Parteitagsbeschlüsse, sondern durch das Handeln des Einzelnen.
In einem zentralen Monolog meint Emma Holdefleiß, die Parteisekretärin vom VEB Hohlglas: »In meinem leeren Beutel/Trag ich die Fülle der Welt, den Kommunismus,/In den wir einziehn werden in einem/Nicht mehr fernen Jahr. Es gibt Beschlüsse darüber./Kollegen, Kommunismus, wenn ihr euch/Den vorstellen wollt, dann richtet eure Augen/Auf, was jetzt ist, und nehmt das Gegenteil;/Denn wenig ähnlich ist dem Ziel der Weg.«22
Mit bemerkenswerter Klarheit erkannten die Ideologen der SED, dass solche Sentenzen eine fundamentale Gegenthese zu ihrer Macht formulierten. »Grau ist ihm die Gegenwart«, schrieb der Kritiker des »Neue Deutschland« nach der Premiere, »und bunt der Zukunft Bild. Wer sich den Kommunismus vorstellen will, der soll von allem, was jetzt ist, also vom Sozialismus das Gegenteil nehmen.«23
Die Brisanz der Hacksschen Dialektik lag in ihrer – vielleicht in dieser Form sogar ungewollten – ideologischen Nähe zu den Verkündigungen des XXII. Parteitages der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Die Schritte auf dem Weg in den Kommunismus hatte der XXII. Parteitag der KPdSU im Oktober 1961 genau festgelegt. Innerhalb von 20 Jahren wollte man den Kommunismus errichten. Zuerst würde es die Grundnahrungsmittel umsonst geben, dann würde man Miete und Strompreise und schließlich das Geld überhaupt abschaffen. Jeder könnte sich dann im Laden aus der Überfülle des Angebots soviel mitnehmen, wie er brauche. Damit gehörten auch Verbrechen, Gerichte, Gefängnisse der Vergangenheit an. Der Unterschied zwischen körperlicher und geistiger Arbeit würde verschwinden. Die Arbeit sei dann nur noch Lebens- und Glückserfüllung. »Der Traum, ›100 Jahre zu leben, ohne zu altern‹, wird Wirklichkeit«, erfuhr der erstaunte Leser auf der Titelseite des Zentralorgans der SED.24 All dies sollte bereits 1980 Realität werden. Der Beginn von Utopia war im Kalender angekreuzt.
Die einen mögen die Glücksverheißungen belächelt haben – zu offensichtlich war die Kluft zwischen Propaganda und Wirklichkeit. Andere nahmen die Verkündigung des paradiesischen Zeitalters als eine Art Angebot an. Sie wollten auf ihre Weise ebenfalls den Sozialismus beseitigen – indem sie ihn im Hegelschen Sinne dialektisch überwanden und voranschritten zum Kommunismus.
Die Nemesis
In der Sowjetunion hatte der neue Kurs nach dem XXII. Parteitag der KPdSU eine kulturpolitische Öffnung und eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit bedeutet. Auf Chruschtschows persönliche Intervention hin erschien im November 1962 in der Zeitschrift »Nowij Mir« die Erzählung »Ein Tag aus dem Leben des Iwan Denissowitsch« von Alexander Solschenyzin. Die Sowjetführung drängte die SED, die Erzählung auch in der DDR zu veröffentlichen. Doch die SED wollte den Weg der ökonomischen Reform beschreiten, ohne ihre Macht zu gefährden. Sie musste die kritischen Geister in der Gesellschaft fest im Griff behalten. Eine Fehlerdiskussion, wie sie in der Sowjetunion angestoßen wurde, war das letzte, was die SED-Führung gebrauchen konnte. Ulbricht musste, bei allen Bekenntnissen zur »unverbrüchlichen Freundschaft zum Sowjetvolk«, deutlich auf Distanz gehen. Kulturpolitische Entscheidungen hatten dabei – wie so oft – eine Signalwirkung. Die Botschaft lautete: Was in der Sowjetunion erlaubt ist, ist in der DDR noch lange nicht erlaubt. Ulbricht brauchte geradezu einen Prügelknaben. In dieser Situation boten sich Peter Hacks, Günter Kunert, Peter Huchel und einige andere an, und Ulbricht schlug zu.
In seiner Rede auf dem VI. Parteitag der SED, der vom 15. bis 21. Januar 1963 in der Werner-Seelenbinder-Halle tagte, ging Walter Ulbricht ohne Namensnennung auf die Abweichler ein und stellte sie deutlich in den Zusammenhang der »Auseinandersetzung mit dem Personenkult«: »Die Überwindung des Stalinschen Personenkultes hat auch bei uns zu einer weitgehenden Zurückdrängung des Dogmatismus geführt. Nun versuchen aber einige Schriftsteller und Künstler, die Auseinandersetzung mit den Folgen des Personenkultes zum Kampf gegen den sozialistischen Realismus auszunutzen. Das heißt, sie versuchen, kleinbürgerliche Ideologie einzuschmuggeln. Bestimmte Probleme der sozialistischen Entwicklung verstehen sie nicht und sehen vieles grau in grau. Daher beschränken sie sich auf die Gestaltung des Negativen, wobei sie in den Formalismus flüchten.«25
Willi Bredel und Alfred Kurella konkretisierten dann die von Ulbricht nur vornehm angedeuteten Verdikte gegen Peter Huchel und Peter Hacks. Die Februarausgabe des theoretischen Organs der SED »Die Einheit« stellte unter der Überschrift »Es gibt keine ideologische Koexistenz« noch einmal den großen weltpolitischen Zusammenhang klar.26
Am 8. März 1963 signalisierte Chruschtschow in einer Rede vor Künstlern und Schriftstellern einen Kurswechsel in der Kulturpolitik.27 Während die SED-Führung die neue »Tauwetterpolitik« der Sowjetführung ignoriert hatte, zog sie jetzt voller Übereifer nach. Am 23. März 1963 bestellte Ulbricht Schriftsteller und Künstler zu einer »Beratung« ein. Kurt Hager hielt das Hauptreferat. Noch einmal ging es über mehrere Seiten des Redemanuskripts um die längst vom Spielplan verschwundenen »Sorgen und die Macht«.28
Einige Tage später veröffentlichte Wolfgang Langhoff im »Neuen Deutschland« ein peinliches Reuebekenntnis: »Die Aufführung von Peter Hacks´ ›Die Sorgen und die Macht‹ und meine Inszenierung sind nicht ein einmaliger Fehltritt, [...], sondern das Ergebnis falscher Auffassungen von mir und vieler meiner Mitarbeiter über das Wesen unserer Kulturpolitik. [...] Für diesen schweren Fehler trage ich Verantwortung und muss mich dafür vor der Partei, vor jedem einzelnen Genossen, vor allen denen, die Tag und Nacht beim Aufbau des Sozialismus arbeiten, entschuldigen. [...] Trotz ehrlicher subjektiver Meinungen gegen jede Form ideologischer Koexistenz zu kämpfen, habe ich in Wirklichkeit ideologische Koexistenz praktiziert. [...] Als Künstler stand ich [...] mit einem Bein auf der Sprosse der Erkenntnis und Maßstäbe, die ich vom spätbürgerlichen Erbe übernommen hatte und die für uns nicht mehr brauchbar sind. [...].29
Wolfgang Langhoff kehrte aus dem Krankenurlaub nicht mehr auf seinen Posten als Intendant zurück. Drei Jahre später starb er.
Nachspiel
Die Macht erwartete vom Künstler einen maßgeblichen Beitrag zur Gestaltung der Wirklichkeit, erhob ihn in den Rang eines Priesters der säkularen Religion, musste ihn aber gleichzeitig fürchten. »... denn was ist die Stimme des Dichter«, fragte Hacks im Prolog seines verbotenen Stücks: »Die Speise der Engel und das Arsen der Ratten; die Trommel der Unbotmäßigen und der Mairegen der Bekümmerten; das Festkleid der Wahrheit; der Schiefer, der den Abdruck halbfertiger Vögel über die Zeit rettet; die Höllenmaschine unter dem Molkenmarkt [...].«30 Am Molkenmarkt in Ost-Berlin befand sich das Ministerium für Kultur. Das Selbstbewusstsein des Dichters war also nicht gerade gering. Vom »Ingenieur der Seele«, wie Stalin die Künstler genannt hatte, zur Höllenmaschine unter dem Machtapparat war es nur ein winziger Schritt – im Grunde war es sogar weniger als ein Schritt. Der Ingenieur und der Sprengmeister bildeten – um im Bilde zu bleiben – ein Arbeitskollektiv. 31
Jede Kirche lebt von ihren Ketzern. Die kommunistische Utopie enthielt bei aller Phrasenhaftigkeit und allem falschen Pathos ein Element der Verlockung, eine Art Herausforderung zu schöpferischer und vorwärts weisender Kritik, die Aufforderung, die regierende Partei beim Wort zu nehmen. Die Utopie war insofern die gefährlichste Herausforderung der totalitären Macht, und sie war gleichzeitig ihr Lebenselixier. Die Machthaber liebten die Utopie. Sie war die Legitimation ihres Machtmonopols, dem die demokratische Legitimation fehlte. Und sie hassten die Utopie, weil sie der Spiegel war, in dem sie ihr eigenes abstoßendes Antlitz erkannten. Zwischen den Häretikern der sozialistischen Weltanschauung und den Inquisitoren entstand so jene seltsame Symbiose, die über das Ende der DDR fortdauert. Die sentimentale Treue, die Peter Hacks bis zu seinem Ende dem Staat wahrte, in dem er immer ein – wenn auch hoch privilegierter – Außenseiter war, hat hier seine Gründe.
Milan Kundera schrieb 1986 im Nachwort zu seinem bereits 1973 veröffentlichten Roman »Das Leben ist anderswo«: »Dabei muss betont werden, dass diese eigenartigen, von Russland importierten und unter Polizei- und Militärschutz vollzogenen Pseudo-Revolutionen tatsächlich einer authentischen revolutionären Psychologie gehorchten und ihre Anhänger sie mit großem Pathos, mit Enthusiasmus und in sendungsbewusstem Glauben an eine vollkommen neue Welt erlebten. Die Dichter fanden sich zum letzten Mal auf dem Proszenium ein. Sie glaubten, die gewohnte Rolle im glorreichen europäischen Drama zu spielen, und hatten nicht die leiseste Ahnung, dass der Intendant das Programm in letzter Minute geändert und durch eine triviale schwarze Farce ersetzt hatte.«
Stefan Wolle, geb. 1950, Historiker, Dr. phil., Mitarbeiter beim Forschungsverbund SED-Staat, Vorstandsmitglied des Bürgerkomitees »15. Januar« e.V.
* Vortrag am 9. März 2005 im Maxim-Gorki-Theater Berlin anlässlich der Wiederaufführung des Stücks »Die Sorgen und die Macht« von Peter Hacks als szenische Lesung im Rahmen der Reihe »Glaube II: ... und der Zukunft zugewandt ... 40 Jahre DDR in Texten, Veranstaltungen und Kommentaren«.
1 Horst Laube: Peter Hacks, (Friedrichs Dramatiker des Welttheaters, Bd. 68), Velber bei Hannover 1972, S. 40; das Zitat lässt sich nicht verifizieren. Der »Ost-Büchmann« (Geflügelte Worte. Zitate, Sentenzen und Begriffe in ihrem geschichtlichen Zusammenhang, hrsg. v. Kurt Böttcher u. a., Leipzig 1981, S. 668) nennt zwar »Die Sorgen und die Macht« als Geflügeltes Wort, verweist aber auf keine weiteren Quellen.
2 Neues Deutschland, 26.2.1958; die Abkürzung SM steht in diesem Zusammenhang für Siemens-Martin. Es geht also um Hochöfen zur Stahlproduktion. Richard Goschütz war von 1955 bis 1958 Minister für Kohle und Energie der DDR.
3 Schreiben Gustav [von] Wangenheim an Alfred [Kurella], o. D., Notizen zu Hacks »Briketts«, SAPMO-BArch, ZK der SED, Abt. Kultur, Büro Kurella, DY 30 – IV 2/2.026/68, 3 Bl.
4 Schreiben [Alfred] Kurella an [Friedrich] Ebert, [Erich] Apel, [Kurt] Hager vom 5.9.1959, SAPMO-BArch, ZK der SED, Abt. Kultur, Büro Kurella, DY 30 – IV 2/2.026/68.
5 Ebd.
6 Erhard Scherner, Bemerkungen zu Peter Hacks Stück »Die Sorgen und die Macht« vom 11.1.1960, SAPMO-BArch, ZK der SED, Abt. Kultur, Büro Kurella, DY 30 – IV 2/2.026/68.
7 Ebd.
8 Ebd.
9 Information über die Premiere von »Die Sorgen und die Macht« von Peter Hacks im Deutschen Theater am Dienstag, dem 2. Oktober 1962, anlässlich der 6. Berliner Festtage vom 25.9.1962 nebst 2 Anschreiben von Schröder (stellvertretender Leiter der Abteilung Kultur im ZK der SED) an Walter Ulbricht und Alfred Kurella vom 25.9.1962, SAPMO-BArch, ZK der SED, Abt. Kultur, Büro Kurella, DY 30 – IV 2/2.026/68.
10 Fotos von der Inszenierung in: Rischbieter, Henning (Hrsg.): Durch den Eisernen Vorhang. Theater im geteilten Deutschland, Propyläen Verlag/Akademie der Künste, Berlin 1999.
11 Neues Deutschland, 3.10.1962.
12 Berliner Zeitung, 4.10.1962.
13 Abschrift eines Schreibens der Schauspieler des Deutschen Theaters und der Volksbühne mit Anschreiben an Hermann Leupld (Verlagsdirektor des Berliner Verlages) vom 8.10.1962 nebst Anschreiben von Paul Verner (1. Sekretär der Bezirksleitung der SED von Groß-Berlin) an Walter Ulbricht vom 26.10.1962, SAPMO-BArch, ZK der SED, Abt. Kultur, Büro Kurella, DY 30 – IV 2/2.026/68.
14 [Einschätzung von »Die Sorgen und die Macht« von Peter Hacks] durch die Abt. Kultur im ZK der SED vom 13.10.1962 nebst Anschreiben von Siegfried Wagner (Ltr. der Abt. Kultur im ZK der SED) an Alfred Kurella vom 26.10.1962.
15 Neues Deutschland, 16.10.1962.
16 Neues Deutschland, 24.11.1962.
17 Anna Seghers, Bemerkungen zu dem Stück »Die Sorgen und die Macht«, l. Anschreiben von Anna Seghers zur Veröffentlichung an das ND eingesandt, mit Anschreiben von Axen an die Mitglieder des Politbüros des ZK der SED o.D. sowie Anschreiben von ND-Chefredaktion (Unterschrift unleserl.) an Siegfried Wagner (Ltr. Abt. Kultur im ZK der SED) vom 17.11.1962 und Anschreiben von Otto Schön an Alfred Kurella vom 17.11.1962, SAPMO-BArch, ZK der SED, Abt. Kultur, Büro Kurella, DY 30 – IV 2/2.026/68, 1 Bl., [Microfish].
18 Neues Deutschland, 9.12.1962.
19 Schreiben Peter Hacks an Anna Seghers vom 26.12.1962, [Abschrift] mit Anschreiben von Siegfried Wagner (Ltr. Abt. Kultur des ZK der SED) vom 3.1.1963 an Alfred Kurella, mit handschriftlichem Verteilerschlüssel vom 4.1.1963 an Walter Ulbricht, Alfred Kurella, Erich Honecker, Paul Verner, Kurt Hager, Hans Bentzien, SAPMO-BArch.
20 Erste Information der Abt. Kultur des ZK der SED vom 12.1.1963 über die Parteiversammlungen im Deutschen Theater am 8. und 11. Januar 1963, SAPMO-BArch, ZK der SED, Abt. Kultur, Büro Kurella, DY 30 – IV 2/2.026/68; die APO (Abteilungs-Parteiorganisation) war die Mitgliederversammlung aller SED-Mitglieder, in diesem Falle des künstlerischen Bereichs des Deutschen Theaters.
21 Peter Hacks: Werke, Bd. 3, Berlin 2003, S. 81.
22 Ebd., 61 f.
23 Neues Deutschland, 16.10.1962.
24 Ebd.
25 Dokumente zur Kunst-, Literatur- und Kulturpolitik der SED, hrsg. v. Elimar Schubbe, Stuttgart 1972, S. 813.
26 Dokumente, S. 822.
27 Neues Deutschland, 10.3.1963; dass. in: Dokumente, S. 825 f.
28 Neues Deutschland, 13.3.1963; dass. in: Dokumente, S. 859 ff.
29 Neues Deutschland, 17.4.1963; dass. in: Dokumente, S. 883.
30 Hacks, Werke, Bd. 3, S. 8.
31 Milan Kundera: Das Leben ist anderswo. Roman, München 1986, S. 380.
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