HEFT 02/2007 | 1968 UND DIE DDR | SEITE 1

 

Solidaritätsbekundung mit dem Prager Frühling auf der zentralen Mai-Demonstration in Ost-Berlin. Sicherheitskräfte nehmen die Träger des Transparentes kurze Zeit später fest.
Quelle: MfS/BStU/Robert-Havemann-Gesellschaft

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

ein neues Layout ist immer das sichtbarste Zeichen für die Entwicklung einer Zeitschrift. Viele von Ihnen wissen, dass dies erst die zweite Ausgabe in diesem Jahr ist, weil HORCH UND GUCK ohne die in den Jahren zuvor geflossenen Fördermittel auskommen musste. Deshalb möchten wir gleich zu Anfang den Autoren und Fotografen, unserer Layouterin und allen anderen, die uns tatkräftig unterstützt haben, dafür danken, dass sie durch ihre unentgeltliche Mitarbeit diese Ausgabe überhaupt erst möglich gemacht haben!

Zu danken ist aber auch den ausgeschiedenen Redakteuren für die bisherige Arbeit, dem Vereins-Vorstand für sein außerordentliches Engagement für HORCH UND GUCK, den Mitgliedern des neuen Beirates für ihre Bereitschaft, uns zu unterstützen und zu beraten, und der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sowie den Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen für konstruktive Gespräche. Dem Bundesverband und den Landesverbänden Berlin und Brandenburg des Neuen Forums danken wir für Spenden, mit denen wir die unvermeidbaren Kosten decken konnten.

 Das neue Layout ist ein Zeichen, dass wir auf die Zukunft von HORCH UND GUCK setzen. Mancher mag sich fragen, warum wir ausgerechnet dann, wenn das Geld knapp ist, zum Farbdruck wechseln. Die Antwort ist einfach: Er ist mittlerweile nicht mehr viel teurer und für HORCH UND GUCK waren schon immer aussagekräftige Bilder und Dokumente wichtig. Der höhere Einzelverkaufspreis hat nichts damit zu tun und der Preis für Abonnenten verändert sich ohnehin nicht.

Bei allen Veränderungen knüpfen wir natürlich an Bewährtes an. Wir, das ist eine neue Redaktion. Einige von uns haben schon früher in der Redaktion von HORCH UND GUCK gearbeitet oder als Gastredakteure einzelne Ausgaben betreut. Und ein Teil der Redaktion hat eine DDR-Oppositionsbiographie. Es bleibt also trotz des neuen Aussehens inhaltlich viel Vertrautes in HORCH UND GUCK, auch in der Aufteilung des Blattes. Es gibt weiterhin jeweils ein Schwerpunktthema und eine Rubrik für andere relevante Themen. Neu sind die Rubriken "Lebensläufe" und "Aktuell und kontrovers". So wichtig die wissenschaftliche Aufarbeitung ist – es sind besonders die konkreten Biographien, die Zeitgeschichte anschaulich und nachvollziehbar werden lassen. Deshalb sollen sie einen festen Platz in HORCH UND GUCK haben.

Und an Kontroversen ist das weite Feld der Aufarbeitung kommunistischer Diktaturen ja nicht gerade arm. Die aktuelle Debatte über die Zukunft der Stasi- Akten, die wir in dieser Ausgabe dokumentieren, ist da nur ein herausragendes Beispiel. Doch gerade diese Diskussion zeigt, wie ungebrochen groß das Interesse an der Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur immer noch ist. Es gibt also genügend Gründe, eine Zeitschrift wie HORCH UND GUCK zu machen und wir hoffen, sie fi ndet auch im neuen Gewand Ihr Gefallen.

Die Redaktion

 Inhaltsverzeichnis Heft 58