SonderHEFT 2008 | Editorial

 

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht wird sich mancher von Ihnen fragen: Wieso macht HORCH UND GUCK im Jahr 2008 ein Sonderheft über die Sprengung der Versöhnungskirche vor 23 Jahren? Es gibt keinen runden Jahrestag, die Geschichte war schon oft medienpräsent und viele zeithistorisch Interessierte glauben sicher, sie hinreichend zu kennen. Das meinten wir zumindest in der Redaktion von HORCH UND GUCK – bevor wir das Manuskript zum vorliegenden Sonderheft lasen. Doch die gründliche Recherche von Christian Halbrock zeigt viele spannende und bisher weitgehend unbekannte Aspekte.

Für uns erzählt das vorliegende Sonderheft aber nicht nur eine spannende Geschichte. Gerade im Vorfeld der anstehenden zwanzigsten Jahrestage und ihrer medialen Begleitung hat die zeitgeschichtliche Legendenbildung Konjunktur. Und die Sprengung eines symbolträchtigen Gotteshauses im Todesstreifen ist ein Stoff, der dazu fast schon einlädt. Da meinen wir, passt es gut zu HORCH UND GUCK, mit der Publikation einer soliden Recherche ein wenig gegen diesen Strom zu schwimmen.

Und die Versöhnungskirche bietet noch etwas anderes, das gut zu HORCH UND GUCK passt: Eine Vielzahl von Geschichten in der Geschichte. Es gibt viele handelnde Personen, die sehr gut auch die Vielfalt der Verhaltensweisen in einer Diktatur widerspiegeln.

Als Abonnent erhalten Sie dieses Sonderheft zusätzlich und kostenlos zu den regulären Ausgaben. Da es für uns natürlich nicht kostenlos ist, erlauben wir uns ausnahmsweise einmal an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass Sie unsere Arbeit auch mit einer Spende unterstützen können. Die entsprechende Kontonummer finden Sie am Ende des Impressums, links von diesen Zeilen.

Wir danken Christian Halbrock dafür, dass er uns seine Studie zur Publikation zur Verfügung stellte. Gleichfalls ist dem Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen für seine fi nanzielle Unterstützung dieses Sonderheftes zu danken.Wenn wir auch Verfechter gründlicher Recherche sind – wir waren an einem Punkt damit leider nicht erfolgreich: Bei den Bildrechten einiger Fotos aus dem Bestand der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen. Hier kann es sich auch um Bilder handeln, die nicht im Stasi-Auftrag entstanden, sondern die die Genossen "nur" beschlagnahmt und – ohne Angabe des Fotografen – archiviert haben. Doch diese einmaligen Zeitdokumente sollen auch nicht ungesehen bleiben. Deshalb haben wir uns entschlossen, diese Fotos trotzdem zu verwenden und bitten Sie, falls Sie Ihr Bild wiederentdecken, dafür um Verständnis.In einem solchen Fall wenden Sie sich bitte direkt an die Redaktion. Abschließend wünschen wir Ihnen eine interessante Lektüre und sind natürlich auch an Ihrer Meinung zu diesem Sonderheft interessiert.

Die Redaktion

Inhaltsverzeichnis