call for articles (Weiterverbreitung ausdrücklich erwünscht)
Heft 80 (2/2013)
„Uns vereint gleicher Sinn, gleicher Mut?“
Jugend in der DDR
Die Redaktion der Zeitschrift HORCH UND GUCK lädt für ihre nächste Ausgabe zu Beiträgen zum genannten Thema ein.
Redaktionsschluss: 1. Juni 2013 (Frist verlängert)
Mit der Anerkennung des Jugendalters als eigenständigem Lebensabschnitt änderte sich der gesellschaftliche Status der Heranwachsenden. Aus „Flegeln“ wurden die „zukünftigen Hausherren“. Die Inszenierung von Jugendfreundlichkeit gehörte spätestens seit dem Ende des 1. Weltkrieges zu den öffentlichen Ritualen aller westlichen Länder, jedoch stets mit dem Hintergedanken von den Adressaten im Gegenzug Identifizierung mit und Loyalität gegenüber dem Staat zu erhalten.
In offenen Gesellschaften funktioniert die Adressierung auch umgekehrt. In der Weimarer Republik endeten die Reichstreffen der diversen politischen und konfessionellen Jugendverbände regelmäßig mit dem Aufruf: „Die deutsche Jugend fordert ...“ - um dann vom Staat die sofortige Umsetzung des eigenen Vereinsziels zu verlangen. Für den Weigerungsfall drohte man ebenso regelmäßig mit der Aufkündigung der Loyalität oder dem Ende des Stillhaltens. Dieses Wechselverhältnis fand mit der NS-Diktatur ein Ende, als nur noch ein einziger gleichgeschalteter Jugendverband aufmarschierte.
Im Themenheft „Jugend“ wird die organisierte Jugendarbeit in den sozialistischen Ländern einen der Schwerpunkte bilden, in der SBZ und DDR also die Rolle der FDJ. Unter anderem soll gefragt werden nach Versuchen der späteren Blockparteien, der Kirchen und anderen Engagierten, eigene Jugendorganisationen zu gründen sowie nach Konflikten bei und nach der Gründung der FDJ als „einheitlichem Jugendverband“. Gab es Unterschiede zwischen den sozialistischen Ländern, beispielsweise wie stark der Zwang zum „freiwilligen Beitritt“ ausgeprägt war oder in welchem Maße beruflicher Erfolg von einer Mitgliedschaft „im Jugendverband“ abhingen?
Die Arbeit der FDJ- und Parteigruppen in den Betrieben bzw. Berufsausbildungsstätten leitet in das nächste Thema über: die jugendliche Arbeitswelt beginnend mit der Berufsausbildung oder dem Studium. In den ersten Berufsjahren sollen zwischen den beiden Polen Bestarbeiter und Aussteiger, Aktivist und Malocher ebenfalls Spannungsverhältnisse sowie ein möglicher Wandel in der Einstellung Jugendlicher zur „sozialistischen Arbeit“ thematisiert werden.
Den dritten Schwerpunkt bilden die im privaten Bereich zu treffenden Entscheidungen in allen seinen Facetten - Familie, Freundschaften, Freizeit – unter den Bedingungen der „Diktatur des Proletariats“.
Die Redaktion ist interessiert an Beiträgen im Umfang von 20 000 Zeichen (siehe auch: Hinweise für Autoren) sowie an Fotos, Illustrationen, Dokumenten oder sonstigen Fundstücken.
Gleichfalls sind uns weitere Artikelangebote zum Themenfeld Aufarbeitung der SED-Diktatur und anderer kommunistischer Diktaturen willkommen.
Bitte schicken Sie Abstracts mit einer Länge von ca. 1 000 Zeichen an die Redaktion. Redaktionsschluss für diese Ausgabe ist der 1. Juni 2013.
Beachten Sie bitte auch unsere
Hinweise für Autoren


